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Viele Dinge gehen einem als Beobachter durch den Kopf, während der Mond vom Fenster aus von links nach rechts zieht.

Times mager

Dach

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Coronazeiten, Kriegszeiten: Das ist ein strammer Vergleich in Zeiten, in denen viele Menschen ein Dach über dem Kopf haben.

In diesen Tagen, in denen viele Menschen ein Dach über dem Kopf haben, aber anders als sonst, so dass sich viele Menschen von dem Dach in den eigenen vier Wänden bedroht sehen, weil es einem ja mehrmals täglich auf den Kopf fallen kann, ist alles nicht mehr so wie früher. War früher logischerweise alles besser?

Aus diesem Grunde ein kleiner Versuch - deshalb abends die Ellenbogen gestützt aufs Fensterbänkchen, den Kopf ansehnlich gestützt in die Hände, ein Blick zum Fenster hinaus, Sterne zählen. Das kann dauern, sobald der Himmel sternenklar ist, das Himmelszelt, das Dach der Welt. Um es so zu sehen, muss es vor dem Fenster natürlich dunkel sein, sowie am besten auch im Zimmer, und damit es von außen nicht so nach guter Stube aussieht für einen fremden Mitmenschen, der seinen Hund noch einmal ausführt, nicht so bieder oder biedermeierlich oder auch nur wie gemalt, ist es sinnvoll, dass es auch im Zimmer möglichst dunkel ist, daheim.

Viele Dinge gehen einem als Beobachter durch den Kopf, während der Mond vom Fenster aus von links nach rechts zieht, gestern schon ein wenig korpulenter als vorgestern, um vom Wochenanfang nicht zu reden, da war der Mond noch eine zarte Sichel. Er hat also zugelegt in nur 72 Stunden, und so treibt es ihn dahin, nicht etwa querfeldein, vielmehr auf seiner vorhandenen Bahn.

O, was für ein Gedanke in diesen Tagen, ein betulicher Gedanke, der einem, kaum ausgesprochen, vielleicht doch unbehaglich werden kann, so dass man ihn am besten umgehend zurücknimmt, doch was erst einmal am nächsten Morgen im Times mager vorgefunden werden kann, ist bereits zur Abendzeit ins Netz gestellt und damit in der Welt. Der Mond ist noch gar nicht zu sehen, da ist das Times mager schon nicht mehr rückholbar aus der Welt.

Auch die Venus war in den letzten Nächten besonders gut zu sehen – doch zurück zum Mondlicht. So über der Stadt ist es kein Licht, das wäre übertrieben, allenfalls eine fahle Laterne, denn auch in diesen Tagen ist die nächtliche Stadt keine dunkle, wie zu Laternenzeiten noch, zu Biedermeierzeiten. Ebenso wenig ist die Stadt eine absichtlich verdunkelte wie während Kriegszeiten, mit denen die Krise in diesen Tagen, zu Coronazeiten, bereits verglichen wurde, und damit war der Vergleich in der Welt, und was einmal im Netz steht, ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen.

Coronazeiten, Kriegszeiten, das hört sich tapfer an, heroisch, in denen viele Menschen ein Dach über dem Kopf haben. Weiter so, nur Mut, wenn es um stramme Vergleiche geht.

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