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Im Sommer 2015 befinden sich Kaltluftzonen exklusiv an den Ausfahrten größerer Tiefgaragen in der City.
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Im Sommer 2015 befinden sich Kaltluftzonen exklusiv an den Ausfahrten größerer Tiefgaragen in der City.

Times mager

Crash

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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„Your crash is my cash“: Wenn T-Shirts unter Druck geraten, kommt nicht immer etwas Gutes dabei heraus.

Kaltluftentstehungszone, ein erfrischender Begriff aus der Stadtplanung vor ungefähr 30 Jahren. Es ging um Gebiete am Rande des Ballungsraums, die nicht mit Wohnungen oder Gewerbe bebaut werden sollten, damit dort die kühle Brise vom kleinen Gebirge herunter in die kleine Metropole kommen konnte. Wir stellten uns die Kaltluft vor, wie sie juchzend auf einem Schlitten heranrauschte, rote Nase, Zippelmütz.

Im Sommer 2015 befinden sich solche Kaltluftzonen exklusiv an den Ausfahrten größerer Tiefgaragen in der City. Schon trifft man davor die rauchpausierenden Kollegen. Frappierend, wie viel frischer es ist, wo Fahrzeuge in Kellern stehen, während in den sechs Stockwerken darüber die Bürobelegschaft brät. Ähnliche Niedrigsttemperaturen dürften nur noch über Bundesautobahnen herrschen, derzeit in Dreierreihen von Autos mit Klimaanlagen gekühlt.

Der Abschleppwagen, der den Stau in achsbrecherischem Tempo rechts überholt, trägt die Aufschrift an der Rückseite des Führerhauses: „Your crash is my cash.“ Ein außerordentlich inspirierender Slogan. Man wähnt ihn sogleich auf den T-Shirts der Mitarbeiter des Abschleppunternehmens, aber auch auf den T-Shirts von Börsenmaklern und Analysten, wenn sie T-Shirts trügen.

Den nächsten Crash haben sie für Oktober vorhergesagt (die Analysten, nicht die Abschlepper). Unklar sei nur noch das Datum, ist zu lesen, 7. oder 17. Oktober. Schuld sei jedenfalls die hohe Staatsverschuldung, und auch der Euro werde leider zerbröseln, sagt einer der Propheten, der übrigens schon mal sieben Jahre im Gefängnis saß, weil er Anleger betrogen haben soll, wie „Wallstreet online“ im Nebensatz erwähnt. Es ist der Prophet, der den 17. Oktober vorhersagt. Gehen wir also mal lieber vom 7. Oktober aus.

Was ist in die Oberbekleidungsindustrie gefahren?

Aber das nur am Rande. Viel interessanter ist doch die Frage, was in die Oberbekleidungsindustrie gefahren ist. Wo, zum Teufel, bleibt der flächendeckend faire Handel? Und wieso, um alles, produzieren T-Shirt-Hersteller in der Regel ganz ordentliche Textilien in ganz passablen Farben, also Kleidungsstücke, die man glatt anziehen könnte – und im letzten Arbeitsschritt drucken sie irgendeinen unfassbaren Schwachsinn drauf, der es a) jedem halbwegs gripsigen Menschen verbietet, den Erwerb auch nur in Betracht zu ziehen und b) den Verkaufswert des Shirts pulverisiert?

Der aktuelle Tipp für Fashion-Fabrikanten: Öfter mal brustfrei produzieren oder wenigstens besonnen bedrucken, siehe „Your crash is my cash“, sonst gilt: Mein Hemd ist mir fremd.

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