So wüst sieht&#39s doch gar nicht aus...
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So wüst sieht's doch gar nicht (mehr) aus...

Times mager

Das Regal von Joe Biden

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Zusammen mit wichtigen Statements gehen dieser Tage auch zahllose Prominenten-Wohnzimmer online, nebst Krimskrams und Merkwürdigkeiten.

Hinter Joe Biden, Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, ist aufgeräumt worden. Nicht im übertragenen und schon gar nicht im Trumpschen Sinn, und ob es da überhaupt etwas aufzuräumen gäbe, entzieht sich unserer Kenntnis. Vielmehr im konkreten Regal-Sinn. Denn da auch er zuletzt aus seinem Arbeitszimmer zoomte, instagramte, wie auch immer, konnte jeder und jede sehen: Dort hinter ihm lag alles kreuz, quer und schief. Bis jemand aus seinem Beraterstab wohl fand, die Gegenstände im Regal eines Präsidentschaftskandidaten dürften nicht wirken, als tanzten sie quasi auf dem Tisch, obwohl die Katze im Haus ist. Nun stehen die Bücher stramm und salutieren. Okay, das mit dem Salutieren haben wir erfunden; das wäre aber gewiss bei Donald Trump so, besäße er so etwas wie 1 Buch.

Das Times mager müsste, wäre es Präsidentschaftskandidatin, Bundesliga-Trainerin oder sonst systemrelevant, nach vielen Wochen in den eigenen vier Wänden sich immer noch so platzieren, dass die Regale nicht zu sehen wären. Das ließe eine halbe Wand zur, nun ja, Auswahl. Oder die Küche. Denn das Times mager hat die letzten Wochen nicht wirklich optimal genutzt, wie es zugeben muss. Hat sie schluffig, hummelzählend statt räumend verbracht. Allerdings hat das Times mager, siehe oben, glücklicherweise auch keinen Anlass, Bücherstapel (original mit Staubschicht) sowie Steuerunterlagen-, Post- und Alte-Familienbilder-Stapel (die inzwischen sortiert sein sollten, aber irgendwie kam nie der richtige Tag dafür) via Heimvideo in alle Welt zu schicken.

Manche Berühmtheit dagegen hat in diesen Tagen Tür und Tor geöffnet für Spekulationen. Warum, schreibt einer, der sich auf Twitter „Room Rater“, Raumbewerter nennt, warum prostet Meryl Streep ihren virtuellen Besuchern vor einem leeren Bücherregal zu? (Sie scheint außerdem auf einem Plastikstuhl zu sitzen, ergänzt das Times mager, hat sie gar ihre Oscars versetzen müssen?) Das gibt nur 3 von 10 möglichen Punkten. Rund um Anne Hathaway sind Wand, Tür, Sofa komplett farblos: „Interstellar space scape“ lautet das Urteil, 6 Punkte. Reese Witherspoon habe eine „großartige“ Tapete, 8 Punkte. Jake Gyllenhaal erntet 1 Punkt und Spott für sein „Geisel-Video mit Einbauschrank“.

Apropos Schrank: Jetzt kam in K. endlich der richtige Tag, um mit einem Kofferraum voll Plunder zum Wertstoffhof zu fahren. Es gab keine Schlange, keine Verzweifelten, die im Keller Platz schaffen mussten für 30 Zehnerpakete Klopapier, und die Angestellten hatten Zeit, Geschichten zu erzählen wie die vom Mann, der das Ikea-Regal dann doch lieber wieder mit nach Hause nahm. Ach ja? Hm. Ist nicht diese Lampe eigentlich ...

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