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An diesem Freitag vor 44 Jahren kam die berühmteste Platte von Pink Floyd auf die Welt.
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An diesem Freitag vor 44 Jahren kam die berühmteste Platte von Pink Floyd auf die Welt.

Times mager

Clare

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Millionen Menschen klingt sie in den Ohren, die dunkle Seite des Mondes. Aber Millionen Menschen wissen nicht, wer ihr eine Stimme gegeben hat.

Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben ein Lied in ihrer Plattensammlung, das Clare Torry gesungen hat. Die meisten dieser Millionen Menschen wissen das vermutlich gar nicht. Das Lied, beziehungsweise Clare Torrys Beitrag, aber der ist ja auch das Wichtigste daran, geht ungefähr so: „Wohaa hoho-ooohohohoaaaaauuhuhuhuuaaaa yeah, wohoohoohohaaauuu“ etc.

Den genauen Wortlaut hat, soweit ersichtlich, niemand aufgezeichnet außer der Website Uncyclopedia, Abteilung Unlyrics („Now only 90% wrong“), aber dort ist er unbrauchbar, weil zu 90 Prozent falsch. Das hört jeder.

Das Stück heißt „The Great Gig In The Sky“ (etwa: Der große Auftritt im Himmel), was vermutlich immer noch einige Millionen FR-Leser, obgleich Besitzer der Platte, hinterm Mond im Dunkeln tappen lässt. Aber beim Albumtitel fällt dann der Groschen: „The Dark Side Of The Moon“. An diesem Freitag vor 44 Jahren kam die berühmteste Platte von Pink Floyd auf die Welt.

Wer als junges Ding zum Kaffee bei Bekannten der Eltern mitfahren musste und furchtbar gelangweilt auf dem Sofa saß, bis ihm die Bekannten einen Kopfhörer überstülpten und die dunkle Seite des Mondes auflegten, der wird das niemals vergessen. Dieser Klang, diese Hallräume, diese Keyboards, diese Gitarren. Diese Wecker („Time“). Diese Registrierkasse („Money“). Und diese Stimme im „Great Gig“.

Wenn du dieses Flüstern hörst, stirbst du

Zum Songbeginn sind Antworten auf eine kleine Umfrage im Bekanntenkreis zu hören, ob man Angst vorm Sterben habe (nein). Laut Textabschrift sagt jemand: Wenn du dieses Flüstern hörst, stirbst du. Persönliche Nachforschungen ergeben seit Jahren zum Glück: nichts. Da sieht man, wie gut schlechte Ohren sind.

Und dann Clare Torry. Toningenieur Alan Parsons schlug vor, sie solle den Part einsingen. Aber die junge Frau war gar nicht so ein großer Pink-Floyd-Fan, sie war sehr beschäftigt, und sie hatte, halten Sie sich fest, Tickets für einen Auftritt von Chuck Berry am selben Abend, jenem Mann, der jüngst zu seinem großen Gig im Himmel aufbrach.

Wie auch immer, es kam dann doch zur Aufnahme. Die Sängerin probierte ein wenig herum, sang zweieinhalb Takes ein, las an den reservierten Mienen der Musiker ab, das sei ja wohl nichts Berühmtes gewesen, kassierte 30 Pfund und ging. Später fand sie die Scheibe mit dem Prisma und dem Lichtstrahl in ihrem Plattenladen.

Noch später setzte sie vor Gericht durch, dass sie fortan als Co-Autorin des Songs genannt wird. Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt. Aber Clare Torrys Stimme ist sowieso unbezahlbar. In diesem Jahr wird sie 70.

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