Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Maria, Josef, Christus und die heiligen drei Könige – oder die heiligen drei König:innen?Was wäre geschehen, wenn Maria eine Tochter geboren hätte?
+
Maria, Josef, Christus und die heiligen drei Könige – oder die heiligen drei König:innen?

TIMES MAGER

Christa

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
    schließen

Denn euch ist heute die Retterin geboren ...

Es begab sich aber zu der Zeit – Männer sind ausdrücklich mitgemeint –, dass ein Gebot von der Kaiserin Auguste ausging, den ganzen Erdkreis aufzuschreiben. Und alle gingen, sich aufschreiben zu lassen, eine jede in ihre eigene Stadt. Da ging auch Maria aus der Stadt Nazareth hinauf nach Bethlehem, um sich einzutragen mit Josef, ihrem Ehemann.

Es geschah aber, als sie dort waren, dass sie gebar ihre Tochter, ihre Erstgeborene, und sie bettete in eine Krippe, denn in der Herberge war kein Platz für sie. Und Hirtinnen waren auf dem Felde und hielten Nachtwachen bei ihrer Herde. Und die geflügelte Himmelsfigur der Dame trat zu ihnen, und die Herrlichkeit der Dame umstrahlte sie, und sie fürchteten sich sehr. Und es sagte ihnen die Geflügelte: „Fürchtet euch nicht!“, etc., „denn heute ist euch die Retterin geboren, die ist Christa, die Dame.“

Das mit der Herrlichkeit der Dame ist natürlich ein sprachliches Problem. Das liegt aber eher an der Dämlichkeit der Herren. Anschließend kamen jedenfalls die Heiligen drei Königinnen aus dem Morgenland, Cassandra, Mechthild und Balbina, alle übrigens von dunklem Teint, genau wie die komplette eingangs erwähnte Truppe, aber jetzt mal Butter bei die eucharistischen Fische: Warum lassen wir uns immer noch von eher betagten, fast immer weißen Männern bescheren? Geht das auch anders?

Und ob. Hier: „Drei Königinnen bei amazon.de – Riesenauswahl, aktuelle Trends“. Andererseits: „Heilige drei Königinnen“ im FR-Archiv: „Ihre Suchanfrage ergab 0 Treffer“. Als aber voriges Jahr bekannt wurde, dass ein Kalender am 6. Januar die „Heiligen drei König:innen“ verkündigen wolle, da ging einem Stadtrat aus Niederösterreich der Hut hoch. „Der Gender-Wahnsinn nimmt überhand“, entrüstete er sich, „laut Überlieferung waren die drei Weisen aus dem Morgenland Männer.“ Laut Überlieferung entspräche die heilige Frauenquote somit ziemlich genau jener in der Partei des Empörten, der FPÖ.

Weihnachtsfrauen wären dagegen reichlich zu haben, entweder sexy (idealo.de: Preisvergleich „Heisse Weihnachtsfrau“) oder als Holzfigur aus dem Erzgebirge: „Weihnachtsfrauen stehen den Weihnachtsmännern seit einigen Jahren stilecht – mit roter Nase – gleichberechtigt zur Seite.“ Oder aus Schokolade. Oder in Velours.

Wer übrigens noch nichts hat: Unter den „Top 150 Weihnachtsgeschenken für Frauen“ listet ein Anbieter namens „Monsterzeug“ (!) etwa eine Baumscheibe mit Gravur, einen selbstumrührenden Becher und ein Nageltrockner-Pusteäffchen. Top. Im Dienstleistungssektor ist die Gleichberechtigung längst angekommen. Auf Wunsch liefert „die Frau vom Weihnachtsmann“. Frohes Fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare