Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Times Mager

Bußpredigt

Die Rollen der Preisträger in der Posse um den Hessischen Kulturpreis sind endlich besetzt. Nun muss ein geeigneter Laudator her, der diesen interreligoösen Dialog im Dunkeln lobt. Von Pitt von Bebenburg

Im Possenspiel um den Hessischen Kulturpreis scheint es demnächst tatsächlich Preisträger zu geben, die jedem zuzumuten sind. Nachdem alle Preisträger nun einverstanden sind, gemeinsam mit dem Preisträger Navid Kermani Preisträger zu sein, obwohl zwei Preisträger ihn ursprünglich nicht für einen geeigneten Preisträger hielten, sind zumindest diese Rollen für die Preisverleihung besetzt.

Nun bleibt noch die Herausforderung zu bewältigen, einen geeigneten Laudator zu finden. Er muss in der Lage sein, vier Preisträger für einen interreligiösen Dialog auszuzeichnen, der im Schutz der Privatsphäre zu Ende gebracht wurde, weil er öffentlich zu einem politischen Hauen und Stechen ausgeartet war. Dialog im Dunkeln, sozusagen.

Eigentlich kann nur noch ein Kabarettist der Sache gerecht werden. Oder Roland Koch nutzt die Chance zur Bußpredigt. Das würde der Sache gerecht. Erstens ist er Katholik und hat zweitens während der Vorgeschichte hinreichend dokumentiert, dass, interreligiöser Dialog hin oder her, in Hessen immer noch die Christen das Sagen haben.

Nun denn, so etwa könnte die Rede beginnen: "Meine sehr geehrten Damen und Herren, ich freue mich sehr, dem Schriftsteller Navid Kermani heute den Hessischen Kulturpreis zu überreichen. Zugegeben, erst dachte ich ja, der Mann hätte den Preis nicht verdient, weil er unser Kreuz besudelt hat. Das hatten mir immerhin zwei bedeutende Kirchenmänner erzählt. Aber inzwischen haben sie mal mit ihm gesprochen und festgestellt, dass er alles gar nicht so gemeint hatte, wie wir es verstehen wollten.

Ehrlich, ich hatte auch mal versucht, mit ihm zu reden, aber irgendwie kam die Verbindung nicht zustande. Also habe ich sicherheitshalber dafür gesorgt, dass der Mann den Preis nicht bekommt. Heute bin ich aber anderer Meinung, weil die beiden bedeutenden Kirchenmänner inzwischen auch anderer Meinung sind." So etwa könnte es laufen.

Es wäre ein überraschender Moment der Wahrhaftigkeit, ganz im Sinne der Religionen und einer offenen Dialogkultur. Das aber wird wohl leider, leider eine trübe Hoffnung bleiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare