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Warten auf den Räucherschinken ...

Times mager

Bundeswehr bekommt Schinken nach Afghanistan geliefert

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Ein „besonderer Gruß“ hat Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Ausland erreicht. Bevor Sie sich aufregen, lesen Sie bitte erst weiter. Die Kolumne „Times mager“.

Viel zu selten wird die Frage gestellt, was unsere Soldatinnen und Soldaten in Mali und Afghanistan sowie im Kosovo essen. Aus praktisch überhaupt nicht unterrichteten Kreisen verlautet, die kulinarische Versorgung der deutschen Leyentruppe sei wenig abwechslungsreich, aber eine offizielle Bestätigung dafür war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht zu erhalten. Die Ministerin sei verhindert, hieß es.

Nun liegt dem Times mager allerdings eine erfreuliche Mitteilung vor: „Soldatinnen und Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23, die sich gerade im Auslandseinsatz befinden, haben vor Kurzem Pakete mit einem besonderen Gruß aus der bayerischen Heimat bekommen“, meldet die Bundeswehr. Und wissen Sie, was drin war im Päckchen aus der Heimat? Schinken. Geräucherter Schinken. Wie man heute sagt: Ich so: Wasserimmundzusammenlauf!

Insgesamt 500 Portionen, hergestellt und geräuchert bei Metzger M. aus dem Brigade-Standort Bad Reichenhall, haben dank der unermüdlichen Anstrengungen von Oberstabsfeldwebel Volker Pietrek, so erfahren wir, die Kameradinnen und Kameraden in Mali, in Afghanistan und im Kosovo erreicht. Ja, das ist Logistik, Hut ab!

Nun wieder die ewigen Nörgler: Schweinefleisch nach Afghanistan, Provokation der muslimischen Bevölkerung, typisch imperialistische Kriegstreiber etc.pp., aber bitte: Regen Sie sich ab! Und bevor Sie jetzt wieder sagen „Ich bin nicht aufgeregt, und abregen tue ich mich schon gar nicht“, beachten Sie die folgenden Hinweise.

Erstens: Nach allem, was das Times mager weiß, wurde der Schinken keineswegs über bewohntem Gebiet abgeworfen. Er soll die Enklaven des christlichen Abendlandes vielmehr dank Oberstabsfeldwebel Pietrik zielgenau erreicht haben.

Zweitens: Bei etwaigen informellen Gesprächen mit Taliban-Kommandeuren werden keine, wir betonen: keine Schinkenhäppchen gereicht.

Drittens: Dabei handelt es sich um eine Win-win-Situation, wie die Bundeswehr sie selten erlebt: Die Kameradinnen und Kameraden haben den Schinken für sich, und die Taliban sind ausnahmsweise auch mal zufrieden.

Leider muss das Times mager in den Wein (auch so ein Thema!) der positiven Gesamtbilanz ein wenig Wasser bzw. einen Wermutstropfen gießen. „Das ist für die Soldaten im Einsatz eine sehr willkommene Abwechslung zur täglichen Verpflegung“, betont kein Geringerer als der Stellvertreter des Kommandeurs der Gebirgsjägerbrigade 23, Oberst Peter Eichelsdörfer. Soll das heißen: Wenn Metzger M. gerade keinen Schinken spendiert, herrscht im Kasino Eintönigkeit?

Das ist wohl so, denn Oberst Eichelsdörfer „weiß, wovon er spricht“. Sagt die Bundeswehr.

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