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Ein Bücherkater mag Brekkies.
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Ein Bücherkater mag Brekkies.

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Büchernapf

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Sache mit den Brekkies für den Bücherkater – die war ein dicker Hund.

Es war ja nun keineswegs so, dass da Neid und Missgunst geherrscht hätten in der Nachbarschaft. Zumindest kein Neid. Höchstens ein bisschen. Aber kaum. Die Sache mit den Brekkies für den Bücherkater, die war allerdings ein dicker Hund.

Denn wer hatte denn all die Jahre eine Beziehung aufgebaut zu dem waisen Tier? Wer hatte denn zu ihm gehalten, dem Katerchen, als es winzig klein in einer der hochgestapelten Bücherkisten wohnte! Als der Büchermann noch lebte. Als alles noch hätte gut werden können.

Damals, als das Bücherhaus noch stand, drumherum die Bananenkisten mit Büchern und Aberbüchern, für die drinnen kein Platz mehr gewesen war, da schaute der kleine Bücherkater mit großen Augen aus der wettergegerbten Literatur. Da war es nämlich die bezaubernde Frau, die dem Hauch von Tiger eine Dose Bio-Sardinen spendierte. Wer weiß, ob der Bücherkater sonst überhaupt noch hiergeblieben wäre, später, nach all den schrecklichen Ereignissen, nach dem Verlust des Büchermannes, des Bücherhauses, des Bücherbaums. Und nach dem Neubau des Ungetüms namens Zweifamilienhaus, das schlimmer war als die Abwesenheit von allem.

Jetzt aber hatten die Neureichen nebenan bemerkt, dass eine Katze (sicher wussten sie noch nicht einmal, dass es sich um einen Kater handelte) häufig auf ihrem Grundstück verkehrte (auf ihrem! Pah!).

Bekanntlich steht die Ansage im Raum, diese Wohngegend sofort zu verlassen, sollte sich der Bücherkater irgendwann von den Neuen streicheln lassen. Sofort. Vielleicht auch die Stadt. Am besten das Land. Zu verlassen. Denn das wäre ja wohl die Höhe. Hier ankommen, alles niederreißen, einem dieses Monstrum ohne Keller und Balkon vor die Nase klotzen und dann auch noch den Kater abspenstig machen.

Es konnte jedenfalls nicht schaden, dass der Vermieter im Parterre, bei dem der Bücherkater offiziell wohnte, jetzt Bescheid wusste über die Sache mit dem Trockenfutter. Er konnte es ja nicht sehen, wegen des Bücherzauns. Andere, die weiter oben wohnten, erlebten es Tag für Tag. Nicht, dass sie sich für die jenseitigen Ereignisse auch nur entfernt interessierten. Aber wie die Neuen immer ein mit Brekkies gefülltes Schälchen vor der Tür stehen hatten, das war nicht zu übersehen. Wie sie vor ihren Kindern als Katzenbeschützer dastehen wollten. Wie sie ein Herz für Tiere haben wollten. Nur halt nicht für die, die im Bücherbaum gelebt hatten. Für die nicht.

Er habe sich schon gewundert, dass der Bücherkater kaum noch fraß, sagte der Vermieter, und aha und soso! Na, da müsse er wohl mal mit denen sprechen. Schaden konnte das jedenfalls nicht.

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