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Punkige Haare hat er schon: Der Boris mag The Clash. Leider.

Times Mager

Boris Johnson - Der Punkpremier

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Ausgerechnet The Clash? Soll man dem britischen Premier diese Musikvorliebe glauben?

Den britischen Premierminister Boris Johnson haben sie neulich gefragt, welche seine Lieblingsband sei. Darauf er: „Sehen Sie, es ist entweder The Clash oder es sind die Rolling Stones, und meistens höre ich heutzutage die Rolling Stones.“

Während seitens der Stones keine Reaktion bekannt wurde, sind die Fans der Punkband The Clash über ihren prominenten Fan not amused. „Don’t pretend to like the Clash, you lying Tory fuckbrain“, antwortete einer, was so viel bedeutet wie: Tu nicht so, als würdest du The Clash mögen, du verlogener [böses Wort].

In der Tat fällt es schwer, mit der Entwicklung einer Welt Schritt zu halten, in der sich US-Präsidenten ihrer Handgreiflichkeiten gegen Frauen rühmen und britische Premiers plötzlich zu den Anhängern regimekritischer Punkbands zählen, auch wenn die Frisur passt. Schon kursieren im Internet Collagen, die den Ober-Brexiteer als Sänger des Clash-Songs „I Fought the Law“ zeigen (Ich kämpfte gegen das Gesetz). Die Refrainzeile endet: „ … and the law won“ (und das Gesetz siegte).

„London geht unter“

Auf Fotos werden in die Jahre gekommene Punkrocker ob der Neuigkeit ohnmächtig. Johnsons Vor-Vorgänger David Cameron wird mit seiner Vorliebe für die 80er-Indie-Band The Smiths zitiert – samt der Reaktion von Smiths-Gitarrist Johnny Marr: „Hör auf zu erzählen, dass du die Smiths magst. Nein, du magst sie nicht. Ich verbiete es dir.“

„Du repräsentierst alles, gegen das The Clash steht“, schrieb ein Fan dem Regierungschef. Clash-Songtexte bestätigen das. „Sie erzählen, die Immigranten stehlen die Radkappen von respektierten Gentlemen“, heißt es etwa in „Something About England“, und weiter: „Sie sagen, es gibt Wein und Rosen, wenn England wieder den Engländern gehört.“ Das war übrigens 1980. Im Jahr zuvor hatte Sänger Joe Strummer im größten Clash-Hit „London Calling“ angekündigt: „London geht unter – und ich lebe am Fluss.“ Er starb dann 2002 allerdings an einem Herzfehler. Das mit dem Fluss dürfte dennoch bald akut werden.

Auf der Online-Landkarte Music-Map.com für artverwandte Bands liegt The Clash in unmittelbarer Nähe der Sex Pistols. Sie sangen einst, die Queen sei kein menschliches Wesen und stehe für ein faschistisches Regime. Jene Queen, die im Oktober Johnsons Brexit-Rede im Parlament vortrug.

Wenn man in die Musik-Landkarte den Premier einträgt, antwortet sie: „Boris Johnson? Kenne ich nicht. Ist die Schreibweise korrekt?“ Oder wie The Clash 1977 sang: „I’m so bored with the USA“ – ich bin so gelangweilt von den USA. Da war Boris Johnson 13. Er ist in New York geboren.

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