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Die Angst des Schreibenden vor dem leeren Blatt Papier ist länger als die Angst des Torwarts beim Elfmeter.
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Die Angst des Schreibenden vor dem leeren Blatt Papier ist länger als die Angst des Torwarts beim Elfmeter.

Times mager

Blindtext

Blindtext ist nützlich und unheimlich. Denn am Ende ist jeder Text dazu geeignet, eine weiße Fläche augenscheinlich plausibel zu füllen.

Die Angst der schreibenden Person vor der leeren Seite hat zu Unrecht nicht die Berühmtheit, die die Angst des Torwarts vorm Elfmeter (dank einer schreibenden Person!) erlangte. Dabei ist die Angst des Torwarts vorm Elfmeter wenigstens rasch vorbei. Die Angst der schreibenden Person vor der leeren Seite zieht sich. Es gibt, kein Scherz, Schriftsteller, die nicht schreiben.

Auch eine Zeitungsspalte kann lang sein. Zagende schreibende Personen stellen sich vor, wie schön es wäre, schon heil unten angekommen zu sein, denn es handelt es sich ja um eine Abseiltour.

Einfacher geht es mit Blindtext. Blindtext? Blindtext dient dazu, einen zu beschreibenden Weißraum vorläufig mit plausibel wirkender Textmenge zu bedecken, in der also möglichst viele verschiedene Buchstaben und Wortlängen vorkommen. Vor allem ist das fürs Layouten gedacht. Die Seite www.blindtextgenera- tor.de macht interessante Angebote: Nicht nur den Klassiker auf „Latein“ („Lorem ipsum“, schreibenden Personen ist es ein mahnender Graus, ein „Dies irae“), sondern auch Kafka und Goethe. Natürlich hat das eine Schattenseite, nämlich die, dass jeder Text am Ende Blindtext werden kann, wie eine Zeitung Heringseinwickelpapier. Auch vermittelt Blindtext den nichtschreibenden Personen in einer Redaktion den Eindruck, das Füllen eines Artikels sei nur eine Copy & Paste-Sache. Zudem sei es egal, ob es um 2000 oder 4000 Zeichen geht.

Hinter den Wortbergen bei den kleinen Blindtexten

Es gibt sogar originären Blindtext. Einer ist so gewitzt (er handelt von den kleinen Blindtexten, die hinter den Wortbergen wohnen), dass man längere Zeichenzahlen eingibt, um weiterlesen zu können. Aber schon ist Schluss, und die Schlaufe wiederholt sich.

Das ist das Gemeine am Blindtext, der der schreibenden Person ohnehin ein Wechselbad der Gefühle beschert: Erst der freudige Impuls, dass da schon etwas steht. Dann steht da aber „Lorem ipsum“. Während man noch überlegt, ob man das wirklich löschen soll, versucht man es doch wieder zu übersetzen und verliert Zeit (auch hier hilft www.blindtextgenerator.de!). Beim Löschen zerstört man dann verschiedene Formatierungen, na ja, Mist.

Ist schon Blindtext in Druck gegangen? Garantiert.

Hier ist im übrigen nicht der Platz, um darauf hinzuweisen, dass die an den Fuß der Spalte abgeseilte schreibende Person sofort noch tiefer will. Auf einmal flutscht es. Und steht schon über. Aber sobald man kürzt, ist auf einmal wieder zwei Zeilen zu viel Platz. Das kann mit Blindtext jedenfalls nicht passieren.

Die Angst der schreibenden Person vor der leeren Seite hat zu ...

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