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Der Laubbläser schafft blattfreie tadellose Wanderwege.
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Der Laubbläser schafft blattfreie tadellose Wanderwege.

Times mager

Blattvorsorge

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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In den Bergen war erst still, dann aber nicht mehr. Dabei gibt es interessante Alternativen zum Laubbläser.

Im April trug es sich auf einem Südschweizer Bergwaldweg zu, und es handelte sich keineswegs um einen viel begangenen Bergwaldweg, außer vielleicht später von Ziegen auf der Sommerweide, dass die Wanderin von fern schon ein Brausen und Tosen, ein Brummen und Dröhnen hörte.

Durchaus erinnerte das an ... aber nein, das war ja ganz unmöglich, das konnte nicht sein, nicht hier zwischen Stock und Stein, nicht nach bereits 20 Minuten flottem Aufstieg, ohne dass der Wanderin auch nur ein anderer Mensch begegnet wäre.

Aber es war.

Noch eine Biegung und drei sportlich-frohe junge Männer traten ins Bild (ein Bild, das begrenzt war von noch schneebedeckten Gipfeln), sie trugen Laubbläser und dröhnten mit diesen nass-schwarze und mürb-braune Blätter vom Weg. Es wäre nicht falsch zu behaupten, dass die Wanderin leicht irritiert war. Allerdings musste sie sogleich zugeben, dass das bereits begangene Wegstück doch tadellos in Schuss gewesen war. Ach, die Schweizer. Irgendwie Perfektionisten.

Geräuscharmes Verfahren aus England

Ein anderes, vorteilhaft geräuscharmes Verfahren zur Beseitigung von einen Sommer lang be- und also abgenutzten Blättern haben indessen die Briten entwickelt, relativ unbemerkt von der Öffentlichkeit schon im vergangenen Herbst. Der Feldversuch (Baumversuch?) rief und ruft immer noch Kritiker auf den Plan, aber wohl kaum werden sich die Geschehnisse im Herzen Londons, auf dem Platz unter Big Ben, zum Blatt-Gate auswachsen (kein Wortspiel beabsichtigt). Denn es gab und gibt auch mutige Verteidiger des Verfahrens, die es effizient und zeitsparend nennen.

Was ist nun dieses Verfahren? Eine Gärtnerin – vermuteten die Herren Parlamentarier und Obergärtner, Damen haben dafür das geschicktere Händchen? – pflückte mit Hilfe einer Leiter gelbes Blatt für gelbes Blatt händisch von den Bäumen, Linden übrigens, auf Art von Aschenputtel und den Erbsen. Es sei doch weit umständlicher, sagen die Verteidiger des vorsorglichen Blatt-Abnehmens, die Blätter später zusammenzurechen. Nun ja.

Wenn dieses britisch-erfinderische Verfahren vielleicht auch nicht unbedingt zeitsparend ist, so ist es doch allemal leise, dezent, baumfreundlich.

Gern sähe die Wanderin seine Verbreitung bis hinein in die Schweizer Berge. Fast noch lieber wäre es ihr aber in Frankfurt. Straßauf, straßab im Spätsommer gestandene Hausmeister auf Leitern, die liebevoll Blätter abklauben und in Körbe sortieren, ein solches Bild kann man nur als einer Stadt der Romantik würdig bezeichnen.

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