Apropos Kulleraugen. Der Mensch soll sie eher gar nicht machen, wenn er einer Katze begegnet, vielmehr sich ihr in Zeitlupe blinzelnd nähern.
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Apropos Kulleraugen. Der Mensch soll sie eher gar nicht machen, wenn er einer Katze begegnet, vielmehr sich ihr in Zeitlupe blinzelnd nähern.

Times Mager

Bitte blinzeln

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Rekorde aus dem Menschen- und Katzenreich. Und warum man bei Katzen keine Kulleraugen machen sollte.

Eine US-amerikanische Zirkusartistin hat einen Pfeil 12,31 Meter weit fliegen lassen, obwohl sie Pfeil und Bogen mit den Zehen spannte, sie hält damit den Rekord des „weitesten Pfeilschusses mit den Füßen“. Ein US-amerikanischer Student ist die 100 Meter in 14,28 Sekunden gelaufen, während er einen Baseballschläger auf einem Finger balancierte. Der größte Roboter der Welt wurde in Japan hergestellt und ist so groß, dass er leider die Halle, in der er gebaut wurde, nicht verlassen kann. Offenbar hat er keine Funktion, die der Mensch „Kopf einziehen“ nennt. Pech. Ein Geschäftsmann aus Illinois hält Guinness-Rekorde für die größten Holzschuhe, die größte Heugabel, die größte Häkelnadel, den größten Briefkasten. In seinem Briefkasten können immerhin Menschen stehen und fröhlich rauswinken, wie ein Foto zeigt. Aber was macht man mit einer riesigen Häkelnadel? Mit den Holzschuhen? Zur See fahren?

Keine Ahnung, ob die männliche Pfuhlschnepfe 4BBRW jetzt ins Buch der Rekorde kommt, jedenfalls ist sie ohne Unterbrechung in 224 Stunden 12 200 Kilometer geflogen, das ist der längste Nonstop-Flug eines Vogels. 4BBRW schlug damit den bisherigen Rekordhalter, Schnepfe E7, um 700 Kilometer, er landete außerdem in Neuseeland weniger als 2000 Meter von der Stelle entfernt, an der er im Jahr zuvor beringt wurde in Blau, Blau, Rot, Weiß (daher sein „Name“, der eine Zumutung ist für jede ordentliche Schnepfe).

Offiziell dokumentiert ist, dass Lizzy, eine Deutsche Dogge in Dänemark, der größte Hund der Welt ist. Und dass Ludo aus Yorkshire, wenn man nur ein bisschen an ihr zieht, mit 118,33 Zentimetern die längste Hauskatze ist (nein, natürlich zieht ihre Besitzerin nicht an ihr, es darf ja laut Guinness-Statuten „kein Tier zu Schaden kommen“ bei der Rekordjagd). Aufmerksam verfolgt wird auch, ob Siam-Tabby-Mix Nala oder Zwergspitz Jiff mehr Instagram-Follower hat. Jiff scheint das Näschen vorn zu haben, weil er flauschig ist und Skateboard fahren kann, während Nala nur Kulleraugen machen kann.

Apropos Kulleraugen. Der Mensch soll sie eher gar nicht machen, wenn er einer Katze begegnet, vielmehr sich ihr in Zeitlupe blinzelnd nähern. Denn Katzen scheinen am liebsten mit „langsamen Blinzel-Sequenzen“ Kontakt aufzunehmen, so haben britische Forscherinnen jetzt herausgefunden: Ein Blinzeln vom Menschen nehmen sie offenbar als Signal, dass dieser ihnen freundlich gesonnen ist.

Ganz egal, ob eine Katze in der Nähe ist: „Langsame Blinzel-Sequenzen“ klingen in Corona-Zeiten ideal auch für die Begegnung von Mensch zu Mensch.

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