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Times Mager

Berliner Ensemble

Das Berliner Ensemble macht derzeit als Immobilie von sich reden. Das Verhältnis zwischen Intendant Claus Peymann und dem gefühlten Vermieter Ralf Hochhuth ist zerrüttet. Von Harry Nutt

Da wo die Friedrichstraße sacht den Schritt über das Wasser macht, sitzt Bertolt Brecht auf einer Bank. Stoisch und aufrecht, wohl auch ein bisschen leidgeprüft, denkmalsstarr.

Das Berliner Ensemble, Brechts einstige Wirkungsstätte, ist Berlins berühmtestes Theater, aber schon länger nicht mehr von ganz so hervorzuhebender Bedeutung. Jetzt macht es vor allem als Immobilie von sich reden. Das ehrwürdige Haus am Schiffbauerdamm gehört der Ilse-Holtzapfel-Stiftung, die nach dem Namen der Mutter des Dramatikers Rolf Hochhuth benannt ist. Hochhuths Stiftung hat das Theater an das Land Berlin vermietet. Vertraglich steht dem Autor des legendären Stückes "Der Stellvertreter" zu, dort einmal im Jahr ein eigenes Stück aufzuführen. Derzeit proben Schauspieler Hochhuths "Sommer 14" in der Berliner Akademie der Künste. Für Proben im BE verweigert ihm der Intendant Claus Peymann den Zutritt. Das BE befindet sich in der Sommerpause und wird renoviert. Der Schnürboden muss erneuert werden.

Das Verhältnis zwischen Peymann und Hochhuth ist zerrüttet, Hochhuth nennt Peymann bösartig. Der 78-jährige Hochhuth fühlt sich vom 71-jährigen Peymann gemobbt. Aus seinem Urlaub ließ Peymann per Zeitung verlauten, dass die Bühne für Hochhuth wegen der Handwerksarbeiten verschlossen bleiben muss.

Rolf Hochhuth hat seinerseits angekündigt, den Mietvertrag mit der Berliner Kulturverwaltung zu kündigen. Dazu traten nicht zum ersten Mal die bekannten Berliner Anwälte Peter Raue (Peymann) und Uwe Lehmann-Brauns (Hochhuth) an die Rampe. Er denke nicht daran, eine Kündigung zu vollziehen, sagte Lehmann-Brauns. Offenbar hatte sich Hochhuth nicht mit ihm abgestimmt. Peter Raue war es ferner gelungen, eine einstweilige Verfügung aufzuheben, die Hochhuths Schauspielern den Theaterraum aufschließen sollte. Raue konnte einen Brief Hochhuths beibringen, in dem er äußert, dass es mit "Sommer 14" frühestens im nächsten Sommer etwas werden kann. Es ist ein trauriges Stück, das die beiden alten Theatermänner hier aufführen. Die Anwälte werden ihre Rolle weiter entwickeln. Der nächste Gerichtstermin ist der 13. August.

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