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Times Mager

Im Berg

  • VonHans-Jürgen Linke
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Vor 40 Jahren wurde der Deutschlandschacht aufgegeben und verfüllt. Die Vegetation auf dem Hügel ist eigenartig. Und es ist heiß, nicht nur von der Sonne. Was ist los im Inneren der Halde? Von Hans-Jürgen Linke

Und dann heißt er auch noch ausgerechnet Deutschlandschacht. Wie Deutschland-Lied. Oder Deutschland-Achter. Der Deutschlandschacht I bei Oelsnitz im Erzgebirge wurde 1871 bis 1874 geteuft, der Deutschlandschacht II von 1872 bis 1877, dann sei es auf einer Tiefe von 663 Metern gelungen, beide zu verbinden, was zu einer Wetterverbesserung geführt habe. Wetter sei unter Tage etwas anderes als oben, lächelt der Bergmann, der ehrenamtlich und sehr kundig Touristen durchs Bergbaumuseum führt. Vor 40 Jahren wurde der Deutschlandschacht aufgegeben und verfüllt. Die Abraumhalde ist auf einem Bergrücken am anderen Ende der Stadt geschüttet, was der Erhebung ein markantes Profil zwischen den sanften Linien des Zwickauer Erzgebirgs-Beckens gibt.

Oben auf der Deutschlandschachthalde steht ein interessant konstruierter metallener Aussichtsturm. Er heißt ausgerechnet "Glückauf".

Die Vegetation auf dem Hügel ist eigenartig: üppiger Grasbewuchs, armdicke Birken, die sieben Meter und höher aufragen, in einem umzäunten Areal wachsen Palmen. Es ist heiß, nicht nur von der Sonne. Es kommt aus dem Boden. Schon in einem Meter Tiefe soll er stellenweise um die 500 Grad Celsius heiß sein. Wenn man ein paar Steine beiseite räumt, steigt heiße Luft aus dem Boden und es riecht nach Steinkohle-Feuer. Häufig kommen Mineraliensammler hier vorbei und räumen Steine beiseite.

Warum es in diesem Hügel so heiß ist, weiß niemand genau. Dass hier Steinkohlereste aus dem Deutschlandschacht verglühen, ist ziemlich klar, wenn auch nicht völlig unstrittig. Wie sie sich entzündet haben könnte, darüber gebe es, sagt der Bergmann, bis dato drei Dissertationen, die sich widersprechen. Eine schwedische Firma habe angefangen, sich mit der Frage zu befassen, ob die Hitze in der Halde zu nutzen sei. Man habe aber, sagt der Bergmann, nicht gewagt zu bohren. Eine der Theorien lasse auf die Möglichkeit schließen, dass einem bei erhöhter Sauerstoffzufuhr der Berg um die Ohren fliegen könnte.

Die Deutschlandschachthalde schwelt vor sich hin. Am besten abwarten, sagt der Bergmann. Und Glückauf.

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