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Eine Neunjährige erklärt, wie sich Besucher eines Broadway-Stücks benehmen sollten.

Times mager

Benehmt euch

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„Schlagen Sie nicht mit Ihren Füßen gegen den Vordersitz“: Eine Neunjährige sagt, wie die Theater-Etikette sein sollte.

Ältere Menschen müssen sich in diesen Jahren, in denen sie doch gerade erst anfangen, sich für „nicht mehr ganz jung“ zu halten, an manches gewöhnen. Besser, sie lernen so zu tun, als mache es ihnen nichts aus. Dass man sie zum Beispiel mit „O. K. Boomer“ anspricht, was so viel bedeutet wie: Ist schon okay Opa/Oma, du kannst nichts dafür, dass du nicht mehr durchblickst. Geh schlafen. Dass ihnen Jugendliche, die noch nicht mal volljährig sind, vorwerfen, die Erde zu ruinieren. Das stimmt zwar, ist aber respektlos beziehungsweise könnte man auch netter formulieren. Zu ihrer Zeit, also der der Babyboomer, mussten Mädchen wenigstens noch einen Knicks machen, ehe sie etwas sagen durften, dann am besten: Guten Tag oder Grüß Gott.

Und heute? Gibt es in den USA, wo bekanntlich alles herkommt, was man irgendwie auch gern hätte – und was man dann, wenn man es hat, lieber zurückschicken würde –, heute gibt es also in den USA eine Neunjährige namens Sadie Markowitz, die Benimm-Regeln fürs Theater aufgestellt hat. Und wenn das Times mager ehrlich ist, so würde es diese Benimm-Regeln sehr gern importieren. Sie vervielfältigen und auf jeden Theatersitz legen. Auch wenn dem Times mager natürlich klar ist, dass die schlimmsten Missetäter sich sowieso von nichts aufhalten lassen, was nach alter Art auf Papier steht und also nicht leuchtet.

Letztens war es im Staatstheater von D. schon dunkel und still, als ein Mann noch auf seinem Smartphone tippte. Und tippte. Dieses leuchtete, Menschen reckten die Hälse. Letztens war der Vorhang schon aufgegangen, es aber noch nicht still, weil zwei Frauen sich noch darüber verständigen mussten, dass das Bühnenbild „so was von Déjà-vu“ ist.

Aber zurück zu Sadie. Die ärgerte sich bei einer Preview am Broadway über Rihanna – Berühmtheit schützt halt nicht vor schlechtem Benehmen –, weil die Sängerin während der Aufführung textete. Also schrieb Sadie mal schnell zehn Theater-Benimm-Regeln auf – und wurde ihrerseits ein bisschen berühmt.

Darunter sind auch Regeln, die nichts mit dem Smartphone zu tun haben: „Bleiben Sie sitzen, bis Pause ist“, „Singen Sie NIE mit“ (das gilt übrigens auch für Dylan-Lieder und sei einem Herrn gesagt kürzlich in „Lisbeth Gruwez Dances Bob Dylan“), „Lassen Sie keinen fahren“, „Schlagen Sie nicht mit Ihren Füßen gegen den Vordersitz“. Letzteres habe sie, gibt Sadie mit der sittlichen Reife von neun Jahren zu, selbst gemacht, als sie mit fünf zum ersten Mal in einer Broadway-Show gewesen sei. Sie gibt auch zu, ein starkes Vorbild gehabt zu haben: Ihren Onkel, der jemandem mal ein raschelndes Einwickelpapier einfach wegnahm. Potzblitz.

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