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Times Mager

Beinfreiheit

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Anders als viele seiner Amtskollegen hat Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit bisher nicht die Brocken hingeworfen und privaten Zukunftsplanungen den Vorrang gegeben. Im Gegenteil: Er ist ein Weitermacher.

Keine Ahnung, wie er das macht, aber Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit gehört zu den wenigen Politikern im Rang eines Landeschefs, die in der jüngsten Vergangenheit nicht einfach die Brocken hingeworfen oder privaten Zukunftsplanungen den Vorrang gegeben haben.

Okay, die Lust am Regieren ist bei dem Mann aus Tempelhof, das allenfalls durch die Rennbahn in Mariendorf und einen Flughafen, der wieder zur Wiese wurde, bekannt ist, starken Schwankungen unterworfen. Ein Rückzug nach Sylt oder der schnöde Wechsel in eine Unternehmensberatung mit attraktivem Salär scheint für ihn nicht in Frage zu kommen. Dass es ihm an entsprechenden Optionen mangelt, ist eher unwahrscheinlich. Klaus Wowereit ist ein Weitermacher, und er geht dafür sogar so weit, sich auf einen Wahlkampf gegen Renate Künast einzulassen. Nicht auszuschließen, dass er sich sogar darauf freut.

Es gibt nicht wenige, wohl auch einige Parteifreunde, die Wowereit eine künftige Koalition mit den Grünen wünschen. Aus hauptstadtpolitischen Gründen, einige auch aus eher niederen Motiven. Wowereit ist ein Gefühlspolitiker, der viele Emotionen evoziert. Rot-Grün, in dieser Reihenfolge, ist in Berlin schon seit langem eine gefühlte Regierungslage, die Wowereit zuletzt aus betriebshygienischen Gründen ausgeschlagen hat. Der Weitermacher soll da noch eine wichtige Erfahrung nachholen.

Grünen Ärger bekommt er nun aber in den eigenen Reihen. Hatte man ihm früher angelastet, Tausende Kilometer partyfest durch die Welt zu fliegen, so hat er sich nun vorsorglich für strapaziöse Wahlkampftouren zwischen Steglitz und Hellersorf gerüstet. Mit einem neuen Dienstgefährt, einem BMW 750 Li, 407 PS und durchschnittlichem CO2-Ausstoß von 266 Gramm. Der „Regierende“ überschreitet damit alle Grenzwerte, die ihm die eigene Senatsverwaltung hinsichtlich ihrer Empfehlungen für Dienstwagen auferlegt.

Diese Beinfreiheit nehm’ ich mir, wird sich Wowereit gesagt haben. Kritik und dumme Sprüche hat er dabei bestimmt eingepreist. Die Freude am Fahren und die langlebige Lust aufs Amt, sie hängen irgendwie zusammen.

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