Die berühmte Theaterdoppelanlage in Frankfurts Zentrum ist in marodem Zustand.
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Die berühmte Theaterdoppelanlage in Frankfurts Zentrum ist in marodem Zustand.

Times mager

Baustelle

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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Frankfurts berühmte Theaterdoppelanlage ist einem maroden Zustand. Noch dramatischer die Lage auf der Dreifachbaustelle aus CDU, SPD und Grünen im sogenannten Römerbündnis.

Um die berühmte Theaterdoppelanlage, im Zentrum der Stadt Frankfurt, ist es auch deswegen sehr schlecht bestellt, weil es sich um eine Doppelbaustelle handelt. Der Theaterbau ist zum Teil in einem maroden Zustand – dramatisch, um das Wort marode nicht postwendend zu wiederholen, ist auch die Verfassung, in der sich die Frankfurter Politik befindet, das sog. Römerbündnis.

Wenn es, das Bündnis, sich im Januar d. J. auf einen Neubau der Städtischen Bühnen geeinigt hat, einen Neubau anstelle einer als zu teuer verworfenen Sanierung, dann wurde der Abriss auf einer Riesenbaustelle beschlossen. Einer Dreifachbaustelle aus CDU, SPD und Grünen, in dessen Sanierung wahrhaftig erhebliche Mittel investiert werden müssten.

In diese Richtung geht auch der dringliche Appell des Frankfurter Schauspielintendanten, Anselm Weber, als Frankfurts Kulturdezernentin, die Sozialdemokratin Ina Hartwig, ihre Vorstellung von zwei Theaterneubauten, einer neuen Oper und einem neuen Schauspiel, zwei neuen Häusern im Zentrum von Frankfurt vorstellte. Für Hartwigs Vorschlag, zwei Gebäude nicht weit voneinander entfernt in Frankfurts Wallanlage, spricht einiges. Denn anders als die CDU, die, der Innenstadt als einer Bühne des Theaters überdrüssig, weiterhin einen Theaterneubau im Frankfurter Osthafen favorisiert, plant die Kulturdezernentin urban.

Frankfurts Politik hat sich in den vergangenen Jahren als sanierungsunfähig erwiesen, deswegen ziehen sich auch die Planungen zur Frankfurter Theaterzukunft so dermaßen hin. Die von Hartwig aufgegriffene Vision, die über die beiden Neubauten hinaus eine Vorstellung von einer Weiterentwicklung der Innenstadt aufweist, greift weit aus. Vollmundig, indem bereits von einer „Kulturmeile“ die Rede ist.

Abwarten – auch zeitlich. Seit über drei Jahren weisen Kritiker darauf hin, dass die kommunale Theaterpolitik angesichts der dramatisch maroden Bausubstanz der Städtischen Bühnen Zeit verspielt habe. Nachdem die Politik das so hat geschehen lassen, ist man einen Schritt weiter – um Frankfurt auf eine Fertigstellung der Vision in zehn Jahren vorzubereiten. Frankfurt hat also Zeit, sich auf die Verwirklichung einzustellen. Wenn denn die Vision den Wahlkampf in den nächsten Monaten überhaupt übersteht.

Wie Schauspielchef Weber seine Mahnung zur Vernunft und Verantwortung soeben öffentlich vorbrachte, wurden Wahlberechtigte darin bestätigt, wie krass unvernünftig und unverantwortlich Frankfurts Politik miteinander umzugehen bereit ist. Bereits in den letzten Monaten wurde die Öffentlichkeit Zeuge, wie die Römerkoalition elementarste Regeln demokratischer Konsensbildung zum Abriss freigegeben hat.

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