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Die Gebrüder Grimm sind eigentlich kein Duo, sondern zu dritt. ´Zu ihnen gehörte auch der als Maler und Zeichner nicht unbedingt bekannte Ludwig Emil.

Times Mager

Bangemachen

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Eine Grimmsche Märchenstunde über ein Löchelchen in der Wand.

Als einer der Gebrüder Grimm, offenbar Jacob, jedenfalls ein alter Mann in die Hände klatschte, musste er in die Unruhe hinein nicht auch noch sagen: Aufgepasst! Man sollte einfach bloß ganz Ohr sein, gab er in die Stube hinein zu verstehen, auch wenn die Stube eher ein Saal war, mit einem Mann vorne, an der Stirnwand, mit weißen Haaren unter einer Mütze, wie an den Wänden auf einem der Bilder zu sehen.

Alle Augen, die der Erwachsenen und die der Kinder ruhten auf dem Mann, der komische alte Kleider trug. Sicher, den Eltern musste man nicht sagen, was es heißt, in einem Kostüm einen anderen Menschen zu verkörpern. Auch war es mit der Phantasie, die ja Kindern im Grunde eigen ist, eigener als Erwachsenen, nur in einem einzigen Fall nicht so weit her, als nämlich eine helle Stimme krähte, damals: Wer ist der Opa da?

Es war einmal, heute schon einige Jahre her. Wer sich erinnert, tut es lebhaft, möchte aber auch gar nicht erst ernsthaft darüber nachdenken, wie lange, ach ja, sag nichts, diese Geschichte schon zurückliegt, ein Zwischenfall zu einer Zeit, als die Lesungen noch keine Events waren, sondern Märchenstunde hießen, so dass es zwangsläufig schlimme Dinge zu hören gab, darunter die Geschichte von einem Lehrer. Dieser hieß Zinckhan, Präzeptor Zinckhan. Die Gebrüdern Grimm duckten sich unter dem Schulmeister, der kein gerechter Pädagoge war, sondern ein strafender, so beschrieb ihn Jacob.

Nun waren die Gebrüder aber nicht nur ein Duo, sondern zu dritt, denn zu ihnen gehörte auch der als Maler und Zeichner nicht unbedingt bekannte Ludwig Emil, der als Autor einer sehr lebendigen Lebensbeschreibung noch weit unbekannter war. Deshalb las der berühmte ältere Bruder, Jacob, aus den Erinnerungen des jüngeren, Ludwig Emil, vor. Es war die Geschichte vom „Löchelchen“ in der Tür, durch das Zinckhan linste, um die „Mutwilligen zu ertappen“, kaum dass er der Schulstube den Rücken gekehrt hatte, natürlich nur zum Schein. Denn schon stürzte er zurück, „ergriff seinen Stock ohne ein Wort zu sagen, und nun bekamen die Ertappten tüchtige Schläge“, Schläge und abermals Schläge.

Angst? Wie man’s unter den Zuhörenden nahm. Jedenfalls mit der Zinckhan-Episode, die Schauergeschichten von „Hänsel und Gretel“ hin oder das von „Rotkäppchen und dem bösen Wolf“ her, schickte ein Mann in einem historischen Kostüm auch die Kinderchen, die zu ihm gekommen waren, nach Hause. Es geschah aber zu einer Zeit, als für einen Märchenerzähler das Bangemachen immer noch half, um Bibbern unter Kinderbettdeckchen zu verbreiten über ein Löchelchen in der Wand.

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