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Kolumne

Bärenmama

Sarah Palin verwischt endgültig die Grenzen zwischen Politik und PR: In der Realtiy-TV-Show "Sarah Palin's Alaska" gibt sich Mama Grizzly, wie sie sich selber gerne nennt, als naturverbundenes All-American-Girl.

Von Natalie Soondrum

Wer glaubt, die öffentlich im deutschen Fernsehen übertragenen Schlichtungs-Gespräche zu Stuttgart 21 würdigten unsere Politik endgültig zum puren Infotainment herab, sollte froh sein, dass wir nicht noch begleitende Dokusoaps aus Heiner Geißlers oder Boris Palmers Leben über uns ergehen lassen müssen.

Den US-Amerikanern bleibt solches nicht erspart. Sarah Palin, ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sprachrohr für die rechtspopulistische Tea-Party-Bewegung – die Präsident Obama gerne mit Hitler vergleicht und gleichzeitig einen Sozialisten schimpft – und potenzielle republikanische Präsidentschaftskandidatin, gibt sich vor den nächsten Wahlen weder mit Programmen zur Armutsbekämpfung noch zur Konjunkturbelebung ab. Sie will den US-Bürgern Vorbild sein als Star der Reality-TV-Show „Sarah Palin’s Alaska“.

Sie, die sich gerne Mama Grizzly, Bärenmama, nennt, gibt sich als naturverbundenes All-American-Girl. Ausgerechnet die Politikerin, die sich offen dafür ausgesprochen hat, das Naturschutzgebiet Arctic National Wildlife Refuge für die Öl- und Gasförderung zu öffnen, und aus diesem Grund dagegen, Eisbären auf die Liste bedrohter Tierarten zu setzen.

Zum TV-Start in den USA beschweren sich nun die Naturschützer: In einem Trailer ist Palin in einem Motorboot mit Mann und Kindern beim Angeln zu sehen in Wolverine Creek. Der Ort ist ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, weil es dort Lachse im Überfluss gibt, die Braunbären anziehen. Im britischen Guardian beklagt der Direktor der Alaska Wildlife Alliance, John Toppenberg, Sarah Palin habe gegen die Bestimmungen verstoßen und sei den Bären zu nahe gekommen. Damit erweise sie sich keineswegs als mutig, sondern gebe nur ein schlechtes Beispiel ab.

Die Dienste, die Palin ihrem Wahlvolk durch ihr Gebaren verspricht, erinnern an die des Bären aus der Fabel von La Fontaine. Als sich eines Tages eine Fliege auf das Gesicht seines schlafenden Freundes setzt, will der Bär sie ihm verjagen und wirft mit einem großen Stein nach ihr. Fliege und Mann – beide sterben. Die Moral: „Nichts bringt so viel Gefahr uns als ein dummer Freund; weit besser ist ein kluger Feind“.

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