Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das neue grüne Büchlein von Botho Strauß, „Herkunft“, beschert der Kurstadt Bad Ems einen neuen Tourismus.
+
Das neue grüne Büchlein von Botho Strauß, „Herkunft“, beschert der Kurstadt Bad Ems einen neuen Tourismus.

Times mager

Bad Ems

Wie es ist, in Bad Ems ein Bad-Ems-Tourist zu sein und über Bad Ems zu lesen aus Botho Strauß' Büchlein "Herkunft".

Das neue grüne Büchlein von Botho Strauß, „Herkunft“, beschert der Kurstadt Bad Ems einen überschau-, aber unübersehbaren Botho-Strauß-Tourismus. Man sitzt im Café Maxeiner, Römerstraße 37/38, isst Nusstorte im Marzipanmantel und liest sich vor, was der Schriftsteller über die Stadt seiner Kindheit und Jugend, Römerstraße 16, geschrieben hat. „Da lag es wieder vor mir, Ems, mein Städtchen. Der Fluss, die Lahn, bog sich zwischen den Anhöhen von Taunus und Westerwald, die drei Brücken sah ich, das Kurhaus mit dem Kuppelbau im Promenadengarten. Die Straße, in der ich aufwuchs, Römerstraße, zwischen Fluss, Kuranlagen und Berg, eine enge Durchfahrt, in der sich oft die Autos stauten.“

Und nach einer prägnanten Passage über die Gefahren beim Überqueren einer Emser Straße: „In seiner Anmut liegt der Kurort verschämt und verloren da, missachtet, weil er einmal ein so berühmtes Kaiserbad war und weil er nach den besseren Zeiten dann gleich die ganz gewöhnlichen gesehen hatte, in denen Sozialverschickte aus dem Ruhrgebiet ihren Bronchialkatarrh und ihre Kreislaufstörungen kurierten.“ Und von heute aus waren das noch große Tage.

Worte vom Nachbartisch

Diese Worte klingen etwa vom Nachbartisch herüber. So dass sich auch ganz passiv rekonstruieren lässt, wie friedfertig der nicht grundsätzlich friedfertig eingestellte Schriftsteller von Bad Ems erzählt. Genau am Haus der elterlichen Wohnung befindet sich die Talstation einer für Bad Emser Verhältnisse extremistisch steilen Bergbahn. Sie gehört zu den zahlreichen Angeboten, die man in Bad Ems immer schon einmal nutzen wollte, aber es drängte sich so viel anderes dazwischen. Man kann im Sommer nämlich auch Tretbootfahren. Anschließend kann man auf der Kurpromenade hin und her gehen und sich über die Emser Depesche, das Emser Salz sowie Emser Confiserie-Spezialitäten wie die Emser Bombe und die Emser Kurpark-Nuss (beide erhältlich im Café Maxeiner) unterhalten. Neben vielem anderen.

Denn all dies mögen die Gäste rasch aus dem Blick verlieren, sobald sie sich aus dem Tal wieder herausgeschlängelt haben, vorbei an der wirklich emsig puffenden Emser-Salz-Fabrik. Aber in Bad Ems selbst, dem die Begriffe Anmut, Verschämtheit, Verlorenheit, Missachtung stehen, steht auch die Zeit. Widersprüchlicherweise nimmt herumstehende Zeit nichts und niemandem Platz weg, im Gegenteil. Gewissermaßen macht das weit über Ems hinaus empfehlenswerte Buch „Herkunft“ (das in echt vor allem als Vater-Buch überwältigt) glasklar, dass Bad Ems ein idealer Ort ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare