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Los, trau dich, dann haue ich dich mit nem Oktopus!

Times mager

Backpfeifen

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Wenn ihr nicht brav seid, holt euch die Robbe ... Gewalt und Erziehung unter Tieren.

Es ist nicht gut, dass ein Tier (Seehund) ein unschuldiges Mittier (Tintenfisch) verwendet hat, um einem dritten Tier (Mensch) eine glitschig-tentakelbewehrte Ohrfeige zu geben, aber allemal muss man Verständnis dafür haben, dass der Seehund die Menschenfaxen – schon wieder stört ihn so einer beim Nacktbaden, schon wieder haut ihm so einer mit dem Paddel auf den Kopf, wenn auch aus Versehen – einfach satt hatte. Und um die kurze Flosse benützen zu können, muss man, also Hund, verdammt nah rankommen. Ein Video zeigt, wie der Seehund aus dem Wasser schnellt, im Maul hält er den Oktopus, und dem Kanufahrer die Tentakel herzhaft um die Ohren haut. Dann taucht er geschwind wieder ab, um mit seinen Seehundkumpels High fives auszutauschen.

Dem Menschen, der sich das dank allgegenwärtiger Handykamera und Internet ansehen konnte, stellen sich zwei Fragen: Erstens, hat sich der Tintenfisch weh getan? Zweitens, wie könnte man gewisse Leute dazu bringen, mal in der Nähe einer Robben-Kolonie mit dem Kajak rauszufahren?

Sage nun niemand, ihm fielen nicht auf der Stelle eins, zwei, drei, viele Menschen ein, denen er eine solche Oktopus-Ohrfeige im Prinzip gönnen würde. Aber vielleicht doch besser eine mit dickem braunem Tang verabreichte Backpfeife. Einer guten Hand-, äh Maulvoll ledrigen, fischstinkenden Zeugs. Schließlich hat es kein arglos dahinschnorchelnder, noch mit guter alter Tinte Briefe schreibender Molluske verdient, mit einer möglicherweise auch noch schlecht rasierten Menschenwange kollidieren zu müssen. Das wäre eine Geschichte zum Krakenkind-Gruseln. Oma Krake würde sie ihren 43 Enkeln erzählen, um sie endlich ins Bett zu kriegen: Wenn ihr nicht brav seid, holt euch die Robbe .... Iiiiii, würden da die kleinen Oktopusse sagen und mehrfach vor Schreck die Farbe wechseln.

Apropos die Farbe wechseln. Der US-amerikanische Rapper Kanye West möchte in Zukunft – Stand des vergangenen Wochenendes – nur noch YE genannt werden und twitterte darum: „the being formally known as Kanye West. I am YE“. Nun rätselt alle Welt (na ja, nicht direkt alle), ob YE tatsächlich schreiben wollte „formally“, formell, oder das ähnlich klingende formerly, früher, meinte, wie in: „The Artist Formerly Known As Prince“. Denn während der Oktopus-schwingende Seehund der erste, erfindungsreiche seiner Art gewesen sein dürfte, benennen sich inzwischen vor allem Musiker des Genres Hip-Hop so oft um, dass Oma Krake ihre Enkel Krake mit einer schieren Aufzählung zum Einschlafen bringen kann.

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