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Selbstverständlich geht alles den Bach runter.
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Selbstverständlich geht alles den Bach runter.

Times mager

Bach

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Selbstverständlich geht alles den Bach runter. Jetzt ist auch noch die beste Schokolade ausgelistet, auch sonst hapert es an allerlei.

Der Lachs ist abgelaufen. Man stelle sich ein Kühlregal im Supermarkt dazu vor. Der Biolachs seit vier Tagen, der konventionelle seit drei. An den Lieblingslebkuchen ist kein Preis dran. Seit Jahren ist an den Lieblingslebkuchen kein Preis dran. Jetzt schon wieder keiner. Die Schokolade des malzhaltigen Schokogetränkepulverherstellers ist weg. Es geht alles den Bach runter.

So kann man das nicht sagen. Das mit dem Bach schon. Selbstverständlich geht alles den Bach runter. Aber malzhaltiger Schokogetränkepulverhersteller, das geht zu weit. Hersteller eines malzhaltigen Schokogetränkepulvers, so. Der hat eine Schokoladentafel im Portfolio, der Hersteller, traumhaft. Man erfährt es, wenn man sich einen Schweizurlaub leistet. Das war vor Jahren. Wer sich einen Schweizurlaub geleistet hat, kann sich auch eine Tafel des Herstellers des Schokogetränkepulvers leisten, des malzhaltigen. Dann ist eh schon alles egal. Dann hast du eine Bratwurst mit Rösti für 25 Franken gegessen, und dann kommt’s darauf auch nicht mehr an.

Ausgelistet. Aus dem Sortiment raus. Die Schokolade. Es ist zum Heulen. Da hast du außerhalb der Schweiz einen Supermarkt gefunden, der die edle Tafel vertreibt, zu Konditionen wie in der Schweiz natürlich, aber es ist ja eh schon alles egal, und dann das.

Der Lieblingslebkuchen. Auch kein Schnäppchen. Das ganze Jahr wartet die Interessengemeinschaft Lebkuchen (jaja, nicht das ganze Jahr, von Januar bis August, aber das ist für Lebkuchenabhängige wie zwei Jahre, wenn nicht noch länger) auf ihr Grundnahrungsmittel und dann ist an dem Aktionsständer überall ein Preis dran, nur nicht an der einen Marke. Nur nicht an deiner.

Dann muss man wieder eine Kompetenzperson suchen, landet zuerst beim Getränkeeinsortierer, der nicht beim Supermarkt arbeitet, sondern beim Getränkelieferanten, und sich daher mit Lebkuchen nicht auskennt, und dann beim Kosmetikeinsortierer, der beim Kosmetiklieferanten arbeitet, und wenn man eine kompetente Person gefunden hat, muss sie eine weitere kompetente Person am anderen Ende des Markts fragen, was die Lebkuchen kosten. So lange blättert man schnell den Lachs im Kühlregal durch und stellt fest: seit Tagen abgelaufen. Es geht alles den Bach runter.

Kaffee. Der leckerste. Ausgelistet. „Obwohl der gut ging“, wundert sich die Kaffeekompetenz. Trotzdem ausgelistet. Bachhaft. An der Kasse willst du 100 Euro mitnehmen, erhältst einen Hunderter und wirst auf zaghafte Nachfrage angeschnauzt, nein, man habe es nicht kleiner. O.k., ein bisschen Gestöhn war dabei, beim Nachfragen. Kein Grund, gleich blöder Hund zu mir zu sagen. Aber davon mal abgesehen: Danke für eure Arbeit in diesen Zeiten, ernsthaft.

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