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Times mager

Augenschein

  • Christian Thomas
    VonChristian Thomas
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Und wieder im IC 2022: Dort oben stehen Katz und Maus, das unzertrennlich’ Paar, hier unten gilt es zu entscheiden, ob man sich allen Ernstes ins Bistro begeben soll. Erbseneintopf mit Wurstscheiben.

Das können wir uns sparen, sagt der eine Reisende, und es klingt sehr entschieden. Durch das IC-Großraumwagenfenster zeigt sich das Mittelrheintal wie ein großes Gemälde, jedenfalls bei gutem Willen und mit einiger Phantasie, darauf haben sich die beiden Reisenden im IC 2022 geeinigt. Das haben sie bereits mehrfach auch so betont. Bizarr gezackt ist das Felsgestein, keck ragen die Klippen aus dem gurgelnden Strom. Apropos gurgeln, man muss es nicht hören, hier, im IC, um es zu wissen, während man den Rhein so sieht (in Augenschein nimmt) zwischen Katz und Maus, den beiden weltberühmten Burgen. Ein unzertrennlich’ Paar, übernimmt der zweite Reisende glatt eine alte Formulierung. Aber ein während alter Zeiten verfeindetes Pärchen, wie man weiß.

Aber noch mal zurück zu dem Gedanken von vorhin, betont der zweite Reisende, das sehe er auch so, und es klingt ebenso entschieden, und das muss man jetzt erklären, denn auch er ist der Meinung, dass man sich das sparen könne, denn so formulierte es ja der eine Reisende, und dem schließt sich jetzt, nach einer kurzen Abschweifung, nach einem Blick aus dem Fenster, auch der Gegenübersitzende am Großraumwagentischchen an. Damit wird, wenn man denn die Szene im IC 2022 auch so rekonstruiert, Schritt für Schritt plausibel, worauf die beiden Fahrgäste hinauswollen, obwohl sie sich längst geeinigt haben, als sie beide meinten: Das könne man sich sparen!

Könne man, um es ein wenig anders zu sagen, ausfallen lassen, könne man glatt vergessen! Denn wie oft habe man sich schon getäuscht bei den Angeboten im Bistro. Ja, wie oft. Ja, und wie!

Also ignorieren die beiden IC-Reisenden die Durchsage nicht, ganz im Gegenteil, sie haben wahrgenommen, dass das heutige Angebot ein Erbseneintopf ist, einer mit Wurstscheibchen, solchen vom Schwein. Aber sie wollen sich darauf nicht einlassen. Erbsen? Wurstscheibchen? Selbst bei gutem Willen und einiger Phantasie, ergänzt der (eine) Gegenübersitzende am Großraumwagentischen, habe er schon die dollsten Sachen erlebt.

Doch wohl eher die niederschmetterndsten, wirft der andere ein.

Oder so rum, ja, jedenfalls alles andere als die ungetrübte Freude, bestätigt der Gegenübersitzende, während der Zug die beiden weltberühmten Burgen Katz und Maus hinter sich lässt, für deren strahlenden Anblick Tausende Touristen sich alljährlich aufmachen, allein in Fernost. Erbsen, sagt der eine Reisende. Schweinescheibchen, ergänzt er, doch wie oft trüge der unbekümmerte Augenschein.

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