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Der ehemalige „Bild“-Chef Julian Reichelt. Auf der Suche nach Jobs?
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Der ehemalige „Bild“-Chef Julian Reichelt. Auf der Suche nach Jobs?

TIMES MAGER

Arbeitslos

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Hat die „Zeit“ auf die Schnelle keinen anderen Beschäftigungslosen gefunden? Ein besonderes Gespräch mit dem ehemaligen „Bild“-Chef.

Lasst uns, liebe Freundinnen und Freunde des Qualitätsjournalismus, mal über gute Nachrichten reden! Die „Zeit“, das erlesene, wenn nicht gar gelesene Lieblings-Accessoire der gebildeten Stände, hat einen Arbeitslosen befragt!

Knapp zwei Seiten lang berichtet der Mann von Vorwürfen, die ihm gemacht wurden, unter anderem wegen Frauengeschichten, die – der Arbeitslose kann es versichern! – nichts, aber auch gar nichts mit seiner Macht als Chef zu tun gehabt haben. Der Mann war wohl so eine Art Abteilungsleiter in einem sehr wichtigen Unternehmen, und was macht dieses Unternehmen? Nach 20 aufopferungsvollen Jahren „wurde ich in 20 Minuten am Telefon entsorgt“.

Zählt es denn gar nichts mehr, wenn jemand noch unter größten Schmerzen seinen Verpflichtungen nachgekommen ist? Hören Sie selbst: „Da lässt man mich also erst rund 120 Kolleginnen und Kollegen entlassen – das war für mich brutalst schmerzhaft (Anm. d. Red.: Für wen auch sonst) – und wirft mir nachher vor, die Stimmung sei schlecht.“

Die anrührendste Stelle des Gesprächs ist natürlich dieses Bekenntnis des 41-Jährigen: „Man hat mich unterm Strich wegen meiner Beziehung rausgeworfen. Dafür, dass ich einen Menschen liebe. So etwas sollte es nicht geben. Aber es ändert rein gar nichts an unserem Glück.“

Nun werden Sie, während in Ihrem Kopf die Geigen erklingen, vielleicht fragen: Ist das nicht ein bisschen gefühlig? Klingt es nicht nach „Bild“? Treffer!

Die „Zeit“ hat sich einen ganz besonderen Beschäftigungslosen ausgesucht: Julian Reichelt, ehemals Chef für so ziemlich alles bei „Bild“. Haben sie auf die Schnelle keinen anderen Menschen ohne Job gefunden? Oder war das etwa Absicht? Oder am Ende das Gefühl, es sei irgendwie von politischer Relevanz, wenn der Mann vom „harten Boulevard“, wie er es nennt, die gesamte Medienlandschaft von hart rechts angeht, als wäre er bei der „Querdenker“-Demo?

Die wahren Probleme, das wissen wir jetzt, nachdem es auch Julian Reichelt wiederholt hat, liegen im „Zeitgeist“. Also darin, „dass es einen furchterregenden, totalitär anmutenden Wandel links der Mitte gibt“. Frauen werden „in eine grundsätzliche Opferrolle gedrängt“, und zwar nicht etwa von Tätern, sondern von einer „politischen Agenda“, nach der man nicht mehr „sagen und denken darf“, was man will.

Ein Mann wird arbeitslos, und wir erfahren, warum: Er war der letzte Kämpfer gegen den linken Zeitgeist. Und jetzt wirbt sogar das Haus Springer für Diversität – „mit Plakaten, auf denen Menschen mit eindeutig islamistischer Kleidung und Gesinnung abgebildet sind!“. Das muss es sein, was die „Zeit“ so relevant gefunden hat: Der Mann kann Gesinnung lesen wie kein zweiter.

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