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Dieses rein zufällig ausgewählte Foto zeigt mindestens ein paar Millionen Menschen (oder sogar mehr) die in akuter Ansteckungsgefahr schweben könnten.
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Dieses rein zufällig ausgewählte Foto zeigt mindestens ein paar Millionen Menschen (oder sogar mehr) die in akuter Ansteckungsgefahr schweben könnten.

Times mager

Ansteckend

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Lügen steckt an, haben Wissenschaftler festgestellt. Wieso interessiert uns das just dieser Tage?

Aus keinem besonderen Grund fanden wir in diesen Tagen wissenschaftliche Erkenntnisse zum Lügen interessant. Wir dachten da an niemand Bestimmtes, Ehrenwort, denn wenn wir an jemand Bestimmtes gedacht hätten, hätten wir uns in diesem Zusammenhang womöglich auch über jemand Bestimmtes lustig gemacht. Und die Zeiten, in denen man sich über jemand Bestimmtes lustig machen sollte, sind, wie jedenfalls einige professionelle Spaßmacher mittlerweile meinen, womöglich vorbei. Sie sind unter Umständen auch deswegen vorbei, weil zu den wissenschaftlich erforschten Fakten über das Lügen gehört, dass es ansteckend wirkt. Das ist auch in einem komplett theoretischen Fall wie dem unseren gruselig.

Zwar wurde nicht untersucht, wie schnell sich das Lügen in einer Bevölkerung von 319 Millionen Menschen ausbreitet (eine von uns zufällig ausgewählte Zahl), aber wenn jeden Tag ein Lügner zwei Nicht-Lügner ansteckt, stecken am Tag drauf drei Lügner sechs Nicht-Lügner an …. Man nennt das exponentiell und es braucht keine, nur als Beispiel, vier Jahre, bis alle alle anlügen. Und wenn keine frischen Nicht-Lügner einreisen dürfen, geht es noch schneller (also, rein theoretisch).

Als Versuchspersonen zweier polnischer Wissenschaftlerinnen dienten Studenten bei einem Rechtschreibtest. Zwei Wörterbücher lagen im Raum, aber die Studenten sollten die Nachschlagewerke nicht benützen. Wenn nun ein Assistent der hinter einem Einwegspiegel beobachtenden Psychologinnen schummelte, wenn er damit scheinbar auch noch durchkam, benutzten dreimal so viele Prüflinge heimlich (wie sie glaubten) die Wörterbücher, als wenn kein Betrugs-Darsteller ein schlechtes Beispiel gab.

Forscher glauben inzwischen, dass die Evolution das Lügen und Betrügen nicht nur zugelassen, sondern auch ansteckend gemacht hat, weil es ganz ohne Anstrengung einen Vorteil verschaffen kann. Wir denken weiterhin an niemand Bestimmtes, aber dieser Vorteil kann so immens sein, dass er das Leben von (um im total zufälligen Beispiel zu bleiben) 319 Millionen Menschen gleich mit verändern kann. Und, wenn wir Pech haben, von noch ein paar Hundert Millionen mehr.

Übrigens ist heute, am 14. März, der Internationale Stell-eine-Frage-Tag (siehe Times mager vom 6. März), dessen Erfinderin dazu ermutigen will, jede beliebige Frage zu stellen – Motto: dumme Fragen gibt es nicht.

Allerdings gibt es, wie jeder weiß, auf alle Arten von Fragen auch alle Arten von Antworten. Und neuerdings auch ansteckend alternative.

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