Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bob Dylan in Peking (06.04.2011).
+
Bob Dylan in Peking (06.04.2011).

Bob Dylan in China

Andere Zeiten

  • VonBernhard Bartsch
    schließen

Wer schon immer enttäuscht war, dass Dylan in der Öffentlichkeit nicht die politische Rolle spielen wollte, ist nun um eine Desillusionierung reicher. Am Mittwoch trat er erstmals in China auf – und stimmte seine Liederliste brav mit den chinesischen Zensoren ab.

Wer schon immer enttäuscht war, dass Dylan in der Öffentlichkeit nicht die politische Rolle spielen wollte, ist nun um eine Desillusionierung reicher. Am Mittwoch trat er erstmals in China auf – und stimmte seine Liederliste brav mit den chinesischen Zensoren ab.

Bob Dylans Bedeutung für die Musikgeschichte ist nicht umstritten, seine Position als gesellschaftsrevolutionäre Ikone dafür umso mehr. Wer schon immer enttäuscht war, dass Dylan in der Öffentlichkeit nicht die politische Rolle spielen wollte, die viele ihm gerne gegeben hätten, sind nun um eine Desillusionierung reicher. Am Mittwoch trat der Barde erstmals in China auf – und stimmte seine Liederliste brav mit den chinesischen Zensoren ab.

Auf Hits mit sensiblen Texten, allen voran „The Times They Are a-Changing“, verzichtete er. Die Selbstzensur war eine Enttäuschung für viele seiner chinesischen Fans, die vor allem aus den städtischen Intellektuellenkreisen kommen und derzeit betroffen die Inhaftierung des Künstlers und Regimekritikers Ai Weiwei verfolgen. Viele dürften ihrem Idol allerdings in der Hoffnung verzeihen, dass durch seine Auftritte in China auch seine kritischeren Titel Verbreitung finden. „Elvis Presley hat unsere Glieder befreit, Bob Dylan befreit aber unser Denken“, schrieb ein Anhänger in einem Internetforum.

Dylan hatte schon vor einigen Jahren Pläne für Konzerte in China verfolgt. Damals war er aber offenbar nicht zu Kompromissen bereit. Warum er sich nun doch in seine Aufführung hineinreden ließ, erklärte der interviewscheue Musiker nicht. Die Eintrittskarten kosteten zwischen 280 und 1280 Yuan (30 – 137 Euro) und waren damit nur für reiche Chinesen erschwinglich. VIP-Tickets wurden für 1961,411 Yuan verkauft – in Erinnerung an Dylans legendäres Konzert in New York am 11. April 1961. Die Auftritte waren allerdings nicht ausverkauft.

Auf die Premiere in Peking folgt heute ein Konzert in Shanghai. In chinesischen Medien wurden beide Auftritte in den vergangenen Tagen ausgiebig zelebriert. Magazine widmeten Dylan lange Titelstrecken, TV-Sender zeigten Dokumentationen, die Netzgemeinde diskutierte. Auf dem Mikroblog Fanfou gehörte das Konzert zu den drei meistdebattierten Themen, zusammen mit dem Anstieg der Zinsen und des Ölpreises. Vielen Chinesen ist Bob Dylan allerdings fremd. Die Xinmin Abendzeitung illustrierte einen großen Artikel über Dylan mit einem Foto von Willie Nelson. Der Fehler fiel erst Tage später auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare