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AfD-Parteitag: Die Extremisten sind angetreten, ernst zu machen

  • Christian Thomas
    vonChristian Thomas
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Der Parteitag beweist: Die AfD wird sich weiter radikalisieren. Das lehrt nicht nur die Geschichte, sondern die Logik rechtsextremer Parteien.

  • Der AfD-Parteitag zeigt das Dilemma der Rechtsextremen auf.
  • Jörg Meuthen ruft die AfD zur Besonnenheit auf, Alexander Gauland bleibt gleichgültig, Alice Weidel widerspricht.
  • Rechtsextreme Parteien können ohne Erregung nicht existieren - Ein Times Mager Kommentar zum Parteitag der AfD.

Die AfD nähert sich dem von ihr angestrebten Ausnahmezustand zwar nicht in den Stiefeln der SA. Aber sie gehe, stellte am Samstag in der FR der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent fest, „in den Fußstapfen der NPD“. Die NPD ist eine den Nationalsozialismus unter allen Umständen bejahende Partei, die die Absicht verfolgt, das NS-Regime in der Bundesrepublik nicht etwa nur salonfähig zu machen, sondern erneut diktaturfähig.

AfD-Parteitag: Jörg Meuthen mahnt Partei

Den smarten Salon, so lehrt die Geschichte, hat der Rechtsextremismus stets so wichtig genommen wie die pöbelnde Straße. Mit ihren Ausfällen gegen die Demokratie („Corona-Diktatur“), diesen Staat („Merkel-Regime“), diese Gesellschaft („versifft“) ist es der AfD ernst. War es also eine Mahnung, wenn Parteichef Jörg Meuthen am Samstag auf dem AfD-Parteitag meinte: „Wir werden nicht mehr Erfolg erzielen, indem wir immer aggressiver, immer derber, immer enthemmter auftreten.“

Aggression und Enthemmung werden gar nicht bestritten, vielmehr wird deren „immer“ derberer Auftritt gerügt – womit Meuthen bei vielen AfD-Delegierten auf ostentative Gleichgültigkeit, bei Alexander Gauland oder Alice Weidel ausdrücklich auf Widerspruch stieß. Die Extremisten müssen es nicht aussprechen, dass sie weiterhin mit Aggression und Enthemmung planen. Anderes als eine Eskalationsstrategie wäre auch inkonsequent für eine Partei, die konsequent Polarisierung betreibt.

AfD setzt weiterhin auf Verhöhnung

Darauf eingeschworen, wird die AfD weiterhin gezielt Verhöhnung und Verächtlichmachung anwenden, nicht zu vergessen: Verschleierung aus taktischen Gründen. „Aber ist es wirklich klug, von einer ,Corona-Diktatur‘ zu sprechen?“, fragte Meuthen die mehr als 500 Delegierten. Die Frage nach Klugheit (und nicht danach, ob es richtig ist), erweist sich als ein Appell an taktische Überlegungen, an Opportunismus und Gerissenheit.

AfD - Rechtsextreme Parteien benötigen Radikalisierung

Rechtsextreme Parteien können ohne Erregung nicht existieren – nicht ohne weitere Radikalisierung. Der historische Rückblick ebenso wie die politische Weitsicht lehren, dass rechtsextreme Parteien sich erst recht dann weiter radikalisieren, wenn sie an die Macht gekommen sind. Sie lassen sich nicht einhegen. Das hat nichts mit Dämonisierung zu tun, sondern damit, dass diese Republik und Gesellschaft die AfD in einem Punkt ernst nehmen muss: Dass sie sich, wie es dröhnend heißt, Deutschland zurückholen will.

AfD-Funktionsträger haben immer wieder gedroht, dass sie auf den Tag X warten, und der Stunde der Machtübernahme die Wochen und Monate der Abrechnung folgen sollen. Es geht also nicht etwa darum, der Partei irgendetwas zu unterstellen, sondern die innere Logik einer rechtsextremen Partei ernst zu nehmen. Die AfD ist angetreten, ernst zu machen.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd / dpa

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