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Hinter der Nummer 33 verbirgt sich in diesem Fall eine Wasserflasche.

Times Mager

Abwechslung

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Was kann man tun, wenn man die Problematik erst einmal erkannt hat? Daraus ergibt sich bereits ein weiteres Problem

Der Mensch lebt ja heutzutage in einer Filterblase, das ist beim Getränke-Automaten nicht anders als im Internet. Man steht/sitzt vor dem Getränke-Automaten/Bildschirm und sucht ständig nach dem, was man sowieso schon kennt (Apfelsaftschorle/Katzenvideo), und das ist nicht gut, denn die Abwechslung bleibt aus und der Horizont fängt erst gar nicht an, sich zu erweitern.

Verschärfend kommt hinzu, dass das Problem im Internet nicht nur bei Katzenvideos auftaucht, sondern auch bei Schwulen und Schwarzen und so, was dazu führt, dass die Welt für die einen nur aus Miezekatzen besteht, für andere nur aus eingewanderten homosexuellen Gewalttätern, von der Apfelsaftschorle mal abgesehen.

Was kann man tun, wenn man die Problematik erst mal erkannt hat? Wehret den Anfängen!, lautet die Antwort, und beginnt damit bei euch selbst!

Diese wichtige Erkenntnis entstammt einem Gespräch mit dem geschätzten Kollegen T., der nach eigener Aussage das Problem an der Wurzel oder auch beim Schopfe gepackt und seinen Umgang mit Getränke-Automaten radikal umgestellt hat. Er wähle jetzt, verkündete Kollege T., an jedem Getränke-Automaten die Nummer 33. Das habe derart erfolgreich für Abwechslung gesorgt, dass er sogar einen Energy Drink mit Waldmeister-Geschmack persönlich kennengelernt und umgehend ausgetrunken habe.

Nun war es allerdings nicht so, dass dieses Ergebnis den Umstehenden ohne Ausnahme als gutes Argument für das Vorgehen des Kollegen T. erschienen wäre. Kollege S. bemerkte, bevor er sich nach dem Zufallsprinzip mit einem Energy Drink (Waldmeister) belästigen lasse, trinke er lieber aus jedem Getränke-Automaten, der ihm beziehungsweise dem er über den Weg laufe, eine Apfelsaftschorle.

Noch gewichtiger, fuhr Kollege S. fort, erscheine ihm ein anderer Einwand: Der Wunsch nach Abwechslung richte sich am Ende gegen sich selbst, wenn er nur dazu führe, die Wiederholung der immergleichen Apfelsaftschorle durch die Wiederholung der immergleichen Zahl 33 zu ersetzen.

Kollege T. räumte ein, dass diese Problematik bestehe, sie sei ihm sogar bewusst. Er habe deshalb schon über die Möglichkeit eines Algorithmus nachgedacht, einer Art Zufallsgenerator, aber dann sei ihm die Thematik angesichts der Getränkefrage doch zu komplex erschienen, in Sachen Internet sowieso.

Kollege S. nahm demonstrativ eine Zeitung zur Hand und verkündete, wer Abwechslung suche, könne sich ja mal durch analoge Lektüre überraschen lassen.

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