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Hans Riegel aus Bonn erfand einst die Gummibärchen. Sein Name steckt heute noch in dem Unternehmen, allerdings stark verkürzt.
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Hans Riegel aus Bonn erfand einst die Gummibärchen. Sein Name steckt heute noch in dem Unternehmen, allerdings stark verkürzt.

Times mager

Abk.

  • Stephan Hebel
    VonStephan Hebel
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Ja, schöne Zeiten waren das, als man sich noch unter BMI, IMK, Bamf und vor allem ZUR etwas vorstellen konnte.

Man kann es der Firma Bombardier nicht übelnehmen, aber erschrecken wird man ja noch dürfen, wenn man auf diesen Schildchen, auf denen steht, wer die Waggons gebaut hat, das Wort „Bombardier“ lesen muss.

Das Erschrecken ist unbegründet, denn die Firma Bombardier hat nichts mit Krieg zu tun, obwohl man auch US-Bomberpiloten so nennt, wie Wikipedia versichert. Bombardier wurde 1942 von einem Herrn Joseph-Armand Bombardier gegründet, und der hatte nichts anderes im Sinn, als schneegängige Fahrzeuge zu bauen, was ihm auch mit großem Erfolg gelang, bis die Regierung seines Heimatlandes Kanada der Bevölkerung das Schneeräumen auf den Straßen befahl. Dann baute er Waggons.

Allerdings: Früher war es noch schöner. Früher stand auf den Schildern in den Zügen zum Beispiel „Düwag“, und das deutete darauf hin, dass man damals noch anständig mit Abkürzungen umging: Gründete man eine Waggonfabrik in Düsseldorf, nannte man sie Düsseldorfer Waggonfabrik, Düwag.

Wer sich dagegen mehr mit Allgemeiner Elektrizität befasste, gründete zwar zunächst die Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität, besann sich aber schon bald und firmierte in Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft um: AEG. Von den Gummibärchen des Herrn Hans Riegel aus Bonn, dessen Abkürzung angeblich sogar Kinder froh machen soll, ganz zu schweigen.

Ja, schöne Zeiten waren das, und sie wären längst vergessen, gäbe es nicht das BMI, die IMK, das Bamf und vor allem das ZUR. So weit alles klar?

Dann kommen wir zu den Nachrichten der Woche: Der Leiter des Bundesministeriums des Innern hat kürzlich mit dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz und der Chefin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge das neue Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr besucht. Jetzt werden Sie sich fragen, was das ist, ein Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr. Eine Dienstleistung für gestrandete Touristen? Nicht ganz.

Das Zentrum zur Unterstützung der Rückkehr ist die wahrscheinlich einzige Institution der Welt, die Menschen bei etwas unterstützt, das sie gar nicht wollen, nämlich Geflüchtete. Aber Abschiebebeschleunigungsbehörde klänge zu unfreundlich, wenn auch wahrheitsgemäß. Außerdem hieße es abgekürzt ABB, und das geht nicht, weil schon eine Firma so heißt, die zwar keine Waggons baut, aber Lok-Motoren.

Wenn Ihnen Ihr Chef demnächst einen Brief zur Unterstützung der Freizeitvermehrung schreibt, gehen Sie besser schon mal zum Anwalt.

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