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Die Lebensfreude des Kaninchens.
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Die Lebensfreude des Kaninchens.

Times mager

Abgesang

Kein Wochenende für lustige Wörter, hier ist aber trotzdem eins, und es kommt gar nicht so selten vor: Verabstaltung.

Schreibende Menschen machen sich nicht über die Tippfehler anderer lustig. Höchstens insgeheim. Oder notfalls. Oder wenn zwei Hinweise auf Verabstaltungen die Feuilleton-Redaktion binnen weniger Tage erreichen. Interessante Termine aus den Bereichen U-Musik und Tierzucht im Umland von Frankfurt sowie im Schwäbischen.

Verabstaltung ist ein schönes Wort. Ähnlich wie abmoderieren nimmt es einer Aktivität besonders vehement den Schwung, da der anhebende Part der Unternehmung ja noch mitklingt. Bereits die zweite Silbe leitet den Niedergang ein, selbst wenn die Ohren der Deutschen Widder auf den attraktiverweise mitgeschickten Fotografien von Rechts wegen nach unten schlappen und der Lebensfreude des Kaninchens und seines Besitzers nicht abträglich sind.

Das Wort Verabstaltung tritt zudem überraschend häufig auf, dafür, dass einschlägige Wörterbücher im Internet versichern: „Für das Wort verabstaltung wurden in unserer Datenbank noch keine Synonyme hinterlegt.“ Man könnte hinterlegen: Turmin. Aber diese flaue Variante, zu allem Überfluss ein gängiger Nachname an vielen Orten der Welt, verdeutlicht bloß, welche subtile Wirkung der Verabstaltung inne wohnt.

Es ist auch erfreulich, dass Verabstaltungen offenbar von überdurchschnittlicher Popularität geprägt sind. „Verabstaltung der C... in Linz – ein voller Erfolg: Spektakulär und praxisnah.“ – „Die Verabstaltung ist so gut wie ausgebucht. Anmeldungen werden zurzeit nur noch auf Warteliste entgegengenommen.“ Allerdings gibt es Hinweise, die die Strahlkraft der Verabstaltungen wieder in die Nähe einer Butterfahrt rücken. „Jeder Teilnehmer dieser Verabstaltung erhält am 1. Februar schon Zutritt zum Shop und erhält einem 10%-Gutschein ... .“ Schade.

Wie lachten wir über den pontevedrinischen Staatsbankrott

Und ja, es stimmt: Es bringt nichts, an diesem Sonntag an ein anderes Wort zu denken als an das Wort Staatsbankrott. Und wie wir vergnügt gelacht haben, wenn Lehárs „Lustige Witwe“ den in sonorer Baritonlage dräuend ausgesprochenen Staatsbankrott des Staates Pontevedro als amüsanten Schrecken an die Wand gemalt hat. Graf Danilo musste doch bloß die sympathische und gutaussehende Millionärin heiraten, die er ohnehin liebte, um das Desaster abzuwenden.

Der schlaffe, aber an dieser Stelle kurz mit Prinzipien behaftete Graf zierte sich die Operette lang, vor allem der Staatsbankrott war ihm wurscht wie das Vaterland insgesamt. Aber er fand sich drein, aus rein privaten Gründen.

Eine Millionärin ist imstande, den Staatsbankrott zu verhindern, Gottelchen, wie süß.

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