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Er musste nur seinen uralten TV-Apparat aus zweiter Hand einschalten, und zwar jeden Morgen exakt um 7 Uhr,
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Er musste nur seinen uralten TV-Apparat aus zweiter Hand einschalten, und zwar jeden Morgen exakt um 7 Uhr,

Times mager

Aberhosan

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Von fliegenden Untertassen, für die der Erwachsene zu groß ist. Und mysteriösen Vorfällen in einem walisischen Ort.

Mit Bordmitteln die Welt verändern – ein Kindheitstraum. In Wales ist er kürzlich wahr geworden, weitgehend unbemerkt von der interessierten Öffentlichkeit. Dazu später.

Je jünger der Mensch ist, desto leichter fällt es ihm, die Dinge als das zu erkennen, was sie sind. In der Kindertagesstätte 38 gab es beispielsweise zwei fliegende Untertassen. Darin rauschten wir regelmäßig ins All, in die Welt der Fernsehserien, aus denen nur Kolportagen („Abfangjäger“!) zu uns drangen, weil wir nicht lange genug aufbleiben durften.

Heute weiß man, dass Erwachsene unsere fliegenden Untertassen jahrelang für Pflanzenkübel hielten. Verrückt. Und dass es sich bei den Abfangjägern aus dem Abendprogramm um „atmosphärische“ Bestandteile von Mehrzweck-U-Booten handelte, die in der Lage waren, Ufos aufzuhalten. Etwas völlig Plausibles also. Ein weiterer bemerkenswerter Satz aus der Rezeption besagter Fernsehserie: „Einmal infiltriert eine umgedrehte Katze das SHADO-Hauptquartier.“

Nun wird nicht jeder eine umgedrehte Katze sein Eigen nennen, aber Müll haben fast alle daheim – oft mehr als uns guttut. 35 Jahre ist es her, dass Doc Brown mit Hausabfall seinen Fluxkompensator fütterte, der ihn und Marty McFly quer durch die Zeit beförderte, in die Vergangenheit und zurück in die Zukunft. Genial. Auch wenn für diese Art zu reisen im Kino bisweilen ein gut getimter Blitz vonnöten war.

Viel weniger brauchte ein Fernsehfreund aus dem walisischen Dorf Aberhosan, um eineinhalb Jahre lang die Realität der Menschen um sich herum zu verändern. Er musste nur seinen uralten TV-Apparat aus zweiter Hand einschalten, und zwar jeden Morgen exakt um 7 Uhr, Ordnung ist das halbe Leben, schon brach in der gesamten Gegend das Breitbandnetz zusammen. Internet futsch. Es dauerte ewig, bis Fachleute die Ursache vor einigen Wochen herausfanden. Der Fernsehfreund reagierte beschämt und einsichtig. Andererseits: Solange ein altes Gerät funktioniert, wozu die eigene CO2-Bilanz mit einem Neukauf versauen?

Seither zerbrechen sich ehemalige Abfangjäger und potenzielle Zeitreisende die Köpfe, was man tun könnte, um ebenfalls auf leichte Art die größten Plagen der Menschheit abzustellen. Es muss ja nicht gleich das ganze Internet sein. Aber irgendwas, das Autoradios kapert, sobald 100 km/h überschritten sind, und gnadenlos laut „Take it easy, altes Haus“ abspielt, bis der Tacho wieder auf 99 runter ist, wäre schon toll. Oder automatisierter Hautausschlag auf Kurzstreckenflügen.

Wir erörtern das am besten in den fliegenden Untertassen der Kindertagesstätte 38. Mann, sind die plötzlich eng geworden.

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