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"Ziemlich beste Freunde" am Rémond-Theater Frankfurt mit Sigmar Solbach und Peter Marton.
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"Ziemlich beste Freunde" am Rémond-Theater Frankfurt mit Sigmar Solbach und Peter Marton.

Frankfurt „Ziemlich beste Freunde“

Zwei Männer in einem Zimmer

„Ziemlich beste Freunde“ lebt im Frankfurter Rémond-Theater von den trefflichen Hauptdarstellern.

Wer kennt ihn nicht, den Erfolgsfilm ,Ziemlich beste Freunde‘?!“, fragt das Rémond-Theater. Nun, zum Beispiel die Rezensentin. Das ist kein Nach-, vermutlich sogar ausschließlich ein Vorteil.

Die von Gunnar Dreßler für die Bühne bearbeitete Geschichte kommt auf der Bühne im Frankfurter Zoo-Theater jedenfalls gut ohne die spektakulären Außenszenen aus – wer kennt nicht die Vorschaubilder zum Erfolgsfilm „Ziemlich beste Freunde“ –, und die Frage, ob die Schauspieler den Vergleich scheuen müssen, stellt sich hoffentlich nur kurz. Sigmar Solbach und Peter Marton sind als unorthodoxes Pärchen seltsam genug.

Beide sind ja fehl am Platze

Auf sie ist Pia Hänggis unangestrengte Inszenierung von vorne bis hinten zugeschnitten. Die Szenen spielen in einem noblen Salon (Bühne: Hänggi und Bodo Wallerath), Martons Driss ist hier so deplatziert wie möglich, aber Solbachs Philippe in seinem Marken-Elektrorollstuhl auch. Vielleicht passen die beiden darum gegen alle Logik zusammen.

Driss ist der junge Schlawiner, der nur eine Unterschrift fürs Arbeitsamt braucht, um zu beweisen, dass er sich fristgerecht beworben hat. Philippe ist der gelähmte reiche Mann, der gediegener gekleidet ist (Kostüme: Sabine Weber-Schallauer), sich auf den zweiten Blick aber ebenso wenig um Konventionen schert. Es ist vorerst vielmehr Driss, der ihm wohlerzogen die Hand geben möchte. Das gewöhnt er sich dann mühsam ab.

Der Salon wird zu einer eigenartigen Welt für sich, in der allein der Moment zählt. Es kommt zu rührenden Szenen. Alles zu sagen und alles ziemlich witzig zu sagen, bedeutet nicht, dass alles immer gut auszuhalten wäre. Marton ist dabei vor allem Körper und Bewegung (aber plappern kann er auch). Wenngleich Menschen natürlich offensichtlich alle lebendig sind, kann es so einfach nicht gewesen sein, einen dermaßen von Leben strotzenden Darsteller zu finden.

Solbach ist ausschließlich Mimik und Stimme, erst mag man seine Rolle ein bisschen unterschätzen, dann nicht mehr. Gewissermaßen bilden die beiden zusammen die komplette Person, so dass die Szenen, in denen Marton Solbach trägt (und schlenkert, scheinbar völlig problemlos) ganz natürlich wirken.

Kerstin Gähte ist dazu als Magalie, das durchaus nicht verlegene Objekt der Driss’schen Begierde, zu sehen. Das Publikum mag sie ebenfalls sehr. Lutz Reichert, Armin Riahi und Julia Streich sind drumherum der unsympathische Verwandte, die indiskutable Pflegeralternative, die Frau für gewisse Stunden.

Das Rémond-Theater kommt bei alledem auf ein nicht unbeträchtliches Screwball-Komödien-Niveau. Es beweist zudem, dass man allen Ernstes über alles auf der Welt auch lachen kann. Ab und zu.

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