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Volker Lechtenbrink als König Lear in Bad Hersfeld, 2012.
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Volker Lechtenbrink als König Lear in Bad Hersfeld, 2012.

Zum Tod von Volker Lechtenbrink

„Und ich liebe Diskussionen / über Dinge, die sich lohnen“ - Nachruf auf Volker Lechtenbrink

  • Harry Nutt
    VonHarry Nutt
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Der Schauspieler und Theatermacher Volker Lechtenbrink ist am Montag nach schwerer Krankheit in Hamburg verstorben.

Eine leise gezupfte Gitarre, ein sanfter Bass und dazu eine sonore Stimme, die singt: „Ich mag Whiskey ohne Eis / Und Böll, der so viel weiß“. Spätestens mit diesem Sprechgesang-Country-Hit aus dem Jahr 1981 hatte sich Volker Lechtenbrink tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, das eben auch ein akustisches ist.

Obwohl er seine erste Single („Geh’ zu dem andern“) bereits 1964 aufgenommen hatte, reüssierte der 1944 im ostpreußischen Cranz (Litauisch: Krantas) geborene Volker Lechtenbrink erst ab Mitte der 70er Jahre ernsthaft als Sänger mit deutschen Texten über Einsamkeit, Alkohol und Pleiten – Männerfantasien und -schicksale im Countrysound. Am nachhaltigsten im Ohr geblieben ist davon jenes „Leben so wie ich es mag“, ein Countrysong von Danny Flowers, der zunächst von Don Williams interpretiert und schließlich in der Version von Eric Clapton zu einem weltbekannten Pophit wurde. „Und ich liebe Diskussionen / Über Dinge, die sich lohnen …“

Filmdebüt von Volker Lechtenbrink: Als 15-Jähriger in „Die Brücke“

Volker Lechtenbrink war 15, als er in dem Nachkriegs-Filmklassiker „Die Brücke“ unter der Regie von Bernhard Wicki spielte – ein Film, der auf dramatische Weise die Sinnlosigkeit des Krieges thematisiert, in dessen Endphase Lechtenbrink zur Welt gekommen war. „Die Brücke“ wurde für viele junge Schauspieler zum darstellerischen Initiationserlebnis. Neben Lechtenbrink starteten darüber auch die Kollegen Fritz Wepper, Günther Pfitzmann und Wolfgang Stumpf ihre Karrieren. In einer Nebenrolle war auch Vicco von Bülow (später bekannt als Loriot) zu sehen.

Als Film- und vor allem Fernsehschauspieler bekleidete Lechtenbrink Dutzende Rollen in Krimiserien wie „Der Kommissar“, „Sonderdezernat K1“ und „Ein Fall für zwei“, seine Wandlungsfähigkeit stellte er dadurch unter Beweis, dass er für diese Einsätze gleichermaßen als Schurke, Liebhaber und unverdächtiger Durchschnittstyp gebucht wurde. Seine früh erprobte Vielseitigkeit ließ ihn dabei als souveränen Alleskönner erscheinen, der seine markante Stimme auch als Synchronsprecher einsetzte.

Erfolgreich als Sprecher in Hörbuch und Film: Schauspieler Volker Lechtenbrink

Die Sprechrolle etablierte er dadurch nicht als Nebenjob, sondern als eigene Kunstform, die er auch später für das Genre Hörbuch nutzte. Volker Lechtenbrink lieh u. a. Burt Reynolds sowie seinem Country-Idol Kris Kristofferson die Stimme, der ebenfalls mit gleicher Leidenschaft als Musiker, Schauspieler und Sprechkünstler in Erscheinung trat. Manche lernten ihn zuerst als Stimme von „Gordon“ (Matt Robinson) aus der Sesamstraße kennen, in den frühen 70er Jahren.

Bereits als Zehnjähriger hatte Lechtenbrink auf der Bühne des Hamburger Schauspielhauses gestanden, und als Intendant der Bad Hersfelder Festspiele kehrte er 1995 als „Macher“, so auch der Titel eines seiner bekanntesten Lieder, zum Theater zurück. 2012 war er in der Stiftsruine noch einmal als King Lear zu sehen.

Am Montag ist Volker Lechtenbrink nach schwerer Krankheit in Hamburg im Kreis seiner Familie im Alter von 77 Jahren gestorben. (Harry Nutt)

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