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Shakespeare Frankfurt spielt mit Lust.

Sommertheater in Frankfurt

Wo die Zauberblüten immer gleich zur Hand sind

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Shakespeare Frankfurt spielt den „Midsummer Night’s Dream“ höchst passend im Botanischen Garten.

Die Idee liegt einerseits nahe, andererseits muss man erstmal draufkommen: Auf dem recht weitläufigen, abwechslungsreich mit Pflanzen aus aller Welt bestückten Gelände des Frankfurter Botanischen Gartens (gleich neben dem Palmengarten) nämlich Shakespeare zu spielen – und natürlich nicht irgendeinen Shakespeare, sondern rund um die Sonnenwende dessen Elfenwald-Liebeskomödie „A Midsummer Night’s Dream“. Der Originaltitel sei hier genannt, denn eine muntere Truppe namens „Shakespeare Frankfurt“ spielt in Englisch.

Der charmante Nachmittag auf Kieswegen (stellenweise vom Unwetter noch unterspült, aber die Verantwortlichen haben zwecks Ausbesserung getan, was sie konnten) ist geprägt von britischer Theatertradition, die pragmatisch, geradlinig, dem Regietheater fern ist.

Man informiert zunächst über den Ablauf – es gibt sachte zum nächsten Schauplatz Führende und sollte ein Gewitter kommen, wird man die Zuschauer selbstverständlich unter ein Dach bringen -, beginnt dann umstandslos mit einem plastikschwertscheppernden Kampf zwischen Amazonenkönigin Hippolyta und Theseus. Aber es ist nur noch Sport und Spaß, es soll doch geheiratet werden. Theseus, merkt man, ist es lästig, dass er nun auch noch über eine widerspenstige junge Frau entscheiden soll, die nicht heiraten will, wen sie heiraten soll. Ganz Politiker, vertagt er erst einmal.

Es geht zügig voran

Unter der Regie PJ Escobios, der auch den Theseus gibt, geht es zügig voran. Da im Pulk von Schauplatz zu Schauplatz gegangen werden muss, was dauert, ist der Text trotzdem stark gekürzt. Manches verweht, obwohl die Darsteller laut und meistens sehr deutlich sprechen. Aber ohnehin scheint der größte Teil des Publikums seinen Shakespeare oder jedenfalls seinen „Midsummer Night’s Dream“ gut zu kennen. Man ist vermutlich wegen einer hübschen Sommerunterhaltung hier – und man bekommt sie.

Die Theatertruppe fürchtet nicht die Konkurrenz beziehungsweise Ablenkung von (Baby-)Fröschen, Vögeln, diversen Schneckenarten, Insekten. Braucht sie auch nicht, denn der Schauplatz spielt perfekt mit. Bottom, ein hübsch überkandidelter Michael Kinzer, kann hinter einem großen Baum abtauchen, um als Esel wiederzukommen. Puck, die quicke, singende, flötende Meredith McKay, rennt und springt, dass der Kies stiebt. Und Zauber-Blüten sind hier sowieso zur Hand (sie sehen nur aus wie normale Glockenblümchen!). Titania, Sara Jones, tanzt mit ihren Elfen (na ja, mit ihrer Elfe, Varvara Pomoni) im hüfthohen Gras.

Es ist ein spielfreudiges, komödiantische Klischees und karikierende Kostüme (Tracey Grey) nicht scheuendes Ensemble. Die Athener tragen Bettlaken-Togas, Oberon, Paul Cowlan, sieht mit Dreadlocks und Hörnern aus wie ein Waldschrat. Auf einer Theaterbühne würde das nur laienspielmäßig wirken, im Botanischen Garten ist es eine fast perfekte Gaudi.

Shakespeare Frankfurt im Botanischen Garten: ausverkauft. Die Truppe verspricht, nächsten Sommer wieder dort zu spielen.

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