Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Tochter (ohnmächtig), Mutter und hilfreiche „Gäste“.
+
Tochter (ohnmächtig), Mutter und hilfreiche „Gäste“.

Frankfurt

Als Gauner und Mörder noch nett waren

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
    schließen

Und junge Frauen in Ohnmacht fielen: „Wir sind keine Engel“ im Rémond-Theater.

Das Stück „Wir sind keine Engel“ des französischen Autors Albert Husson war offenbar 1951 international ein solcher Erfolg, dass es vier Jahre später mit Humphrey Bogart und Peter Ustinov verfilmt wurde. Auf der Bühne des Frankfurter Fritz-Rémond-Theaters wirkt es nun wie aus der Zeit gefallen: Junge Frauen werden angesichts schlechter Nachrichten ohnmächtig, Kolonien (hier: Französisch-Guyana) sind etwas, wo man Straftäter ablädt (auch Mörder, aber nur nette) und es offenbar gar keine Einheimischen gibt. Aber wenn Theaterchef Claus Helmer darauf gesetzt hat, dass sein Publikum für eine Weile das C-Wort vergisst, dann funktioniert dieser Rückgriff auf eine 70 Jahre alte Komödie mit Weihnachtsbezug in der Regie Frank-Lorenz Engels durchaus.

Den Ducotels sind nämlich ausgerechnet zu Weihnachten drei Strafgefangene aufs Dach geflattert, äh, gestiegen, vorgeblich zum Arbeitseinsatz, in Wirklichkeit entflohen. Die drei haben Übles im Sinn, aber die Ducotels sind einfach zu anständig zu ihnen – laden sie sie doch ein, zum Essen und Übernachten zu bleiben, bezahlen sie fürs Kochen und Spülen.

Sicher ein Irrtum der Justiz

So was ist Albert, Jules und Joseph (David Imper, Francesco Russo, Gabriel Spagna sind ein feines Sträflingstrio) noch nie passiert. Ladenbesitzer Felix Ducotel (Joachim H. Luger) ist außerdem die ehrlichste Haut, die ihnen je untergekommen ist, Gattin Amelie (Barbara Bach) freundlich und harmlos bis in die Fingerspitzen. Bestimmt handelt es sich doch bei diesen dreien um Justizirrtümer, glaubt sie.

Fein holzgetäfelt ist das Ducotelsche Wohnzimmer, aber die Ränder der Wände haben Stockflecken (Bühne: Tom Grasshof). Das Geschäft läuft nicht gut, und jetzt sagt sich auch noch Vetter Juste (Wolff von Lindenau) an, dem der Laden eigentlich gehört, seit Felix in Le Havre Pleite gegangen ist und vom bösen Vetter nach Cayenne abgeschoben wurde. Für die Lösung eines solchen Problems – reicher, herzloser Verwandter ante Portas – haben die drei Verbrecher/Engel aber natürlich die richtigen Talente. Sowie eine hübsche kleine Giftschlange als Maskottchen.

Eine Liebes- bzw. Entliebungsgeschichte gibt es obendrauf, Marlene Zimmer ist die (öfters in Ohnmacht fallende) Ducatel-Tochter, Jakob Wenig der Juste-Neffe Paul. Und natürlich ist alles ziemlich vorhersehbar, dafür auch tröstlich. Und mit der passenden Weihnachtsbotschaft versehen: Dass guten Menschen im Bedrängnis schon irgendwie geholfen werden wird, und sei es mit dem ein oder anderen Verbrechen.

Fritz-Rémond-Theater, Frankfurt: bis 16. Januar. www.fritzremond.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare