Mode ist auch zum Drin-Tanzen da. Szene aus "Kollektion" des Jungen Schauspiels im MMK".
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Mode ist auch zum Drin-Tanzen da. Szene aus "Kollektion" des Jungen Schauspiels im MMK".

Integratives Theaterprojekt "Kollektion"

Ich will bequeme Unterwäsche

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Ein integratives Performanceprojekt des Schauspiels Frankfurt inmitten einer Mode-Ausstellung des MMK.

Anders. Komisch. Rau. Faltig. Altmodisch. Modisch. Fantastisch. Seltsam. Eine noch manches mehr umfassende Wörtersammlung umkreist gleichsam die Ausstellung „Tuchfühlung. Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK“, nachdem sich zehn Jugendliche mit dieser Mode beschäftigt haben. Das Schauspiel Frankfurt, im Speziellen die Regisseurin Martina Droste, hat sich dieses Mal im Rahmen eines integrativen Theaterprojekts mit dem Museum für Moderne Kunst zusammengetan. So dass das Publikum die knapp einstündige Performance „Kollektion“ nun mit Klappstühlchen durch die weitläufige MMK2-Ausstellungsfläche begleitet. Und sich für kleine Szenen mal hier, mal da niederlässt.

Menschen gehen, laufen, schlurfen, schlendern, eilen, wippen vorbei: So beginnt „Kollektion“ vor einem großen Videopanel. Stinknormale Kleidung kontrastiert mit preziösen Designerklamotten.

Nächste Station: Die Jugendlichen sprechen über sich, über Wünsche, Träume („Ich möchte gern mit meiner Freundin zusammenziehen“, „Ich bin ein Millionär“, „Ich bin eine Prinzessin“), mancher lustige Satz ist dabei („Ich will bequeme Unterwäsche“). Dann wandern die zehn jungen Leute mit ihrem Publikum weiter.

Natürlich geht es um Mode und die Konsistenz von Stoffen, stellen sich die Zehn zwischen Ausstellungsstücke (vorsichtig!), entwickeln ihre Assoziationen. Aber Texte und Situationen greifen doch auch weiter aus. Einmal geht es um das Wort „nützlich“, ausgehend von der Aufforderung „mach dich mal nützlich“. Die eine findet, es sei doch auch nützlich, wenn man „mal Ruhe halten kann“. Der andere ist der Meinung, dass auch etwas Schönes nützlich sein kann. Unversehens flutscht das herrliche Wort „Abhebewinkel“ (beim Haareschneiden) herein.

Ein großer roter Stoffschlauch lässt im Wortsinn auf „Tuchfühlung“ gehen, auch die Darsteller untereinander in seinem Inneren. Das ist ein drolliges Bild wie aus „Der kleine Prinz“, ganz ohne fiese Riesenschlange.

Schauspiel Frankfurt im MMK2: 30., 31. Jan. (ausverkauft), 1. Februar. www.schauspielfrankfurt.de

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