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Tänzer des Staatsballetts Berlin präsentieren im September 2018 die Choreographie „Half Life“.

Staatsballett

Wahrscheinlicher ist, dass der Abgang länger vorbereitet war

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Nicht nur in Berlin Rätselraten über Sasha Waltz und Johannes Öhman.  

Johannes Öhman, Noch-Ko-Intendant des Staatsballetts, hat es offenbar wirklich eilig, sich aus Berlin zu verabschieden. Die gemeinsame Wortmeldung von ihm und Sasha Waltz, die das Staatsballett am Mittwoch veröffentlichte und die den plötzlichen Rückzug nicht erklärte, sondern die aktuelle Arbeit im Gegenteil als „historisch wichtige Aufgabe“ feierte und die Freude über den bisherigen Erfolg betonte, war bereits mit den Ortsangaben „Berlin/Stockholm“ unterzeichnet.

Und tatsächlich hatte das Stockholmer Dansens Hus seine eigene Information darüber, dass der 52-Jährige Balletttänzer und Tanzmanager Öhman zum neuen Theaterleiter und künstlerischen Leiter berufen wurde, am Mittwochvormittag nicht nur fünf Minuten eher als die Berliner Kulturverwaltung veröffentlicht (nämlich um 10.30 Uhr).

Zudem wurde darin auch auf einen Zweistufenplan der ohnehin schon raschen Übernahme hingewiesen: Ab 1. Januar 2021 werde Johannes Öhman die „volle Leitung“ des Theaters übernehmen, aber bereits ab 1. März 2020 als künstlerischer Leiter fungieren und ab Herbst 2020 die Programmverantwortung haben.

Die Nachricht auf der Website des Dansens Hus wurde in korrekter Erwartung des internationalen Interesses auch ins Englische und Deutsche übersetzt – ins Englische originalgetreu, aber in der deutschen Fassung fehlte am Mittwochabend (denkbar, dass dies korrigiert wird) interessanterweise der Hinweis auf die Funktionen, die Öhman bereits in knapp sechs Wochen an Stockholm binden wird. Aus Schonung oder Scham?

Falls hier wirklich ein geordneter „Ruf an seine Heimatstadt Stockholm“ erfolgt sein sollte, wie es das Staatsballett nahelegt, würde man die Schweden von einer ganz neuen, überaus spontanen Seite kennenlernen. Wahrscheinlicher ist, dass der Abgang schon von längerer Hand vorbereitet wurde. Oder es handelt sich um eine Flucht.

Empört über die Entscheidung von Waltz und Öhman reagierten unterdessen die Mitglieder des Balletts. „Mehr noch sind wir enttäuscht, dass wieder einmal wir Tänzerinnen und Tänzer die Leidtragenden dürftigen Kulturmanagements sind“, hieß es am Mittwochabend in einer Erklärung des Ballett-Vorstands, die der dpa zuging.

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