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Theatertreffen eröffnet mit Sarah Kane

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Die Jury für das Theatertreffen 2012 sitzt am Freitag (17.02.2012) im Haus der Berliner Festspiele in Berlin auf dem Podium, um die Auswahl der diesjährigen Stücke bekanntzugeben.
Die Jury für das Theatertreffen 2012 sitzt am Freitag (17.02.2012) im Haus der Berliner Festspiele in Berlin auf dem Podium, um die Auswahl der diesjährigen Stücke bekanntzugeben. © dpa

Fünf Neulinge neben etablierten Stars, experimentelle Performances und Klassiker: Das 49. Theatertreffen in Berlin präsentiert ein abwechslungsreiches Programm. Eröffnet wird die Leistungsschau an diesem Freitag mit der Trilogie „Gesäubert / Gier / 4.48 Psychose“.

Fünf Neulinge neben etablierten Stars, experimentelle Performances und Klassiker: Das 49. Theatertreffen in Berlin präsentiert ein abwechslungsreiches Programm. Eröffnet wird die Leistungsschau an diesem Freitag mit der Trilogie „Gesäubert / Gier / 4.48 Psychose“.

13 Jahre nach Kanes Freitod inszenierte Regisseur Johan Simons von den Münchner Kammerspielen ihre letzten drei Werke über Weltschmerz und Gewaltfantasien neu. In einer Hauptrolle ist Sandra Hüller zu sehen, die zuletzt mit dem Kinofilm „Über uns das All“ von Jan Schomburg gute Kritiken erhielt. Interpretiert wird Kanes düstere Weltsicht, ihr Rückzug ins Innere, ihre Ängste, die in dem suizidalen Fiebertraum „4.48 Psychose“ gipfeln.

Mit den Regisseuren Milo Rau, Alvis Hermanis und Lukas Langhoff sowie dem deutsch-norwegischen Regiekollektiv Ida Müller, Vegard Vinge, Trond Reinholdtsen und der Performancegruppe Gob Squad geben gleich fünf viel diskutierte Künstler ihr Debüt.

Fünf Inszenierungen aus Berlin

Sie beschäftigen sich mit dem Völkermord in Ruanda (Rau), mit der Pubertät (Gob Squad) oder arbeiten sich an Klassikern wie „John Gabriel Borkman“ (Vinge, Müller, Reinholdtsen), „Platonov“ (Hermanis) und „Ein Volksfeind“ (Langhoff) ab. Gezeigt werden aber auch Arbeiten von altbekannten Stars wie Karin Henkel, Nicolas Stemann, René Pollesch und Herbert Fritsch. Zu sehen sind Klassiker wie „Faust“ und „Macbeth“ sowie radikale, moderne Performances

Berlin ist nach Ansicht der Jury auch die Theater-Hauptstadt: Gleich drei Mal ist die Berliner Volksbühne eingeladen. Das Hebbel am Ufer in Berlin nimmt mit zwei Ko-Produktionen an der „Bühnen-Olympiade“ teil. Nicht dabei sind in diesem Jahr alte Bekannte wie Michael Thalheimer, Andreas Kriegenburg oder Christoph Marthaler.

„Zeit“ und „Kollektive“ als Themen

„Die Auswahl setzt Inszenierungen nebeneinander, die die Bandbreite an Produktionsformen vom Staats- und Stadttheater bis zur freien Szene im gegenwärtigen deutschsprachigen Theatersystem spiegelt“, sagte die neue Festivalleiterin Yvonne Büdenhölzer. Prägende Themen seien „Zeit“ und „Kollektive“. Daher stehe das Festival auch unter der Überschrift „Waste my time“ („Vergeude meine Zeit“).

Kurz vor Beginn meldete sich auch wieder einmal einer der Hauptkritiker des Festivals zu Wort, der zuletzt 2001 mit „Richard II“ zum Theatertreffen eingeladen war. Das Festival könne man nicht mehr ernst nehmen - und es nehme sich angesichts dieser Auswahl wohl auch selbst nicht mehr ernst, monierte der Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann.

„Schafft endlich das Theatertreffen ab“, sagte er der „B.Z.“. Das Treffen habe seine zentrale Aufgabe verloren. „Es sollte ursprünglich die eingemauerten Berliner in ihrer Isoliertheit mit den führenden Entwicklungen des Theaters jenseits der Mauer versorgen“, erklärte er.

Trotzdem wird es sich der 74-Jährige nicht nehmen lassen, bei der Eröffnung dabei zu sein. Neben ihm werden im Haus der Berliner Festspiele prominente Gäste wie Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Nina Hoss, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Otto Sander und Moritz Rinke erwartet. Angekündigt haben sich auch Hans Neuenfels, Volker Schlöndorff und Eva Mattes.

Bis zum 21. Mai werden insgesamt zehn Inszenierungen gezeigt. Diese waren von einer siebenköpfigen Jury als die bemerkenswertesten der vergangenen Saison ausgewählt worden. Die Kritiker begutachteten 430 Inszenierungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Alljährlich gibt es an den 153 öffentlichen Bühnen knapp 3000 Premieren.

Das Berliner Festival bietet darüber hinaus wieder ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Diskussionen, Konzerten und Partys. Erneut werden Preise vergeben: Bereits bekannt ist, dass der mit 20.000 Euro dotierte Theaterpreis der Stiftung Preußische Seehandlung an Sophie Rois geht. Der mit 5.000 Euro dotierte Alfred-Kerr-Darstellerpreis wird am Ende des Festivals an den besten Nachwuchsschauspieler verliehen.

In unserem Dossier finden Sie alles Rezensionen und Fotos zum Theatertreffen. Interviews, Videos und was hinter den Kulissen passiert: Im Theatertreffen-Blog berichten sechs ausgewählte, internationale Kulturblogger und Nachwuchsjournalisten über das Theatertreffen in Berlin - unterstützt von unserem Redakteur Dirk Pilz.

Interviews, Videos und was hinter den Kulissen passiert: Im Theatertreffen-Blog berichten sechs ausgewählte, internationale Kulturblogger und Nachwuchsjournalisten über das Theatertreffen in Berlin - unterstützt von unserem Redakteur Dirk Pilz. (BLZ/dapd)

Das gesamte Programm des Theatertreffens finden Sie hier: www.berlinerfestspiele.de

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