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Der Vater erzählte vom Kaninchen im Mond.  

Kindertheater

Theaterhaus Frankfurt: „Eine Schublade voller Briefe“ – Post ins Jenseits

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Das Theaterhaus zeigt ein Kinder-Stück über Trauer und Tod.

Nach dem Roman „Eine Schublade voller Briefe“ der Japanerin Kazumi Yumoto entwickelte die Gruppe teotrosanto jetzt im Frankfurter Theaterhaus ein Stück für Kinder ab neun. Es geht darin um den Verlust eines geliebten Menschen: Der Vater der siebenjährigen Chiaki ist gestorben, nun macht das Mädchen sich auch noch Sorgen um ihre sich in ihrem Schmerz seltsam verhaltende Mutter. Dann steht sie in sich versunken, dann ist sie schroff. Und als Chiaki krank wird, ein paar Tage nicht in die Schule gehen kann, muss sie zu einer alten Nachbarin, obwohl es in deren Wohnung doch so düster ist, obwohl sie furchterregend ist und „aussieht wie Popeye“, obwohl es dem Kind bei ihr bang wird.

Santo Pedilarco, der Regie führte und zusammen mit Katrin Schyns die Bühnenfassung des Romans erstellte, hat gar nicht erst versucht, die Geschichte etwa nach Deutschland zu verlegen. Im Gegenteil sind auch Bühne (Pedilarco) und Kostüme (Anna Hasche) maßvoll japanisch und nutzt die Inszenierung Projektionen (von Overheadprojektoren!) und aparte Schattenspiele, die japanischen Animes durchaus ein wenig abgeschaut sind. In ein „Pappelhaus“ ziehen Chiaki und ihre Mutter, also flirren grüne Lichtreflexe imaginärer Blätter über die Stellwand. Der Vater hat vom Mond erzählt und vom Kaninchen im Mond, das Trost suchende Kind glaubt das Tier sehen zu können.

Trost findet Chiaki schließlich im Schreiben von Briefen an ihren Vater. Brief um Brief gibt sie der alten Nachbarin, denn diese hat ihr versichert, sie sei eine Postbotin ins Jenseits, sie werde, sobald die Schublade voll ist, sterben und alle Briefe zuverlässig überbringen. Bald hat Chiaki Angst, zu oft zu schreiben, denn das will sie dann doch nicht, dass die Schublade voll wird. Das würde ja bedeuten ...

Mirjam Baur ist Chiaki, Katrin Schyns spielt Mutter, Lehrerin, Nachbarin – es ist eine kleine, aber völlig ausreichende Besetzung für ein sparsames, aber gerade deswegen auch zartes und poetisches Kinderstück. Die Rezensentin gibt zu, dass sie überrascht war, wie schon fast mucksmäuschenstill zwei Schulklassen eine gute Stunde lang in der Aufführung saßen. Wie schön, dass Theater das noch kann.

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