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„Telling Stories“ mit Bodennähe.
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„Telling Stories“ mit Bodennähe.

Streaming

Mit Tisch und Stuhl tanzen

  • vonStefan Michalzik
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Fabrice Mazliahs „Telling Stories“ beim Digitalen Mousonturm aus dem Frankfurt LAB kommt über optische Reize und den Charakter einer Studie nicht hinaus.

Zwei Tänzerinnen und ein Tänzer, eine quadratische Spielfläche mit einem ornamentalen Muster nach Art von Bodenfliesen aus vergangenen Zeiten. Das ist die Anordnung für diesen Abend. „Telling Stories“ hat der in Frankfurt lebende Schweizer Choreograf Fabrice Mazliah 2015 ursprünglich mit sieben Akteuren des Kölner MichaelDouglas Kollektivs entwickelt. Nun hatte unter dem Signum Tanzplattform Rhein-Main eine vom Mousonturm mitproduzierte „Version for Three“ als Livestream aus dem Frankfurt LAB Premiere.

Vorerst bodennah

In der Ankündigung ist von einer Nähe zur multiperspektivischen Sichtweise des Kubismus die Rede. Was sich darbietet, ist ernüchternd. Überwiegend bodennahe tänzerische Aktion zunächst, dazu befragen Katja Cheraneva, Susanne Grau und Tilman O’Donnell einander (auf englisch) zu ihren Vorlieben betreffs der Beschaffenheit von Tischen. Irgendwann sagt O’Donnell in die Kamera, das gegenwärtige Bild stelle eine ikonische Szene aus dem Director’s Cut zum – nicht existierenden – Film „A Spacial Oddity“ von 1997 nach. Das wirkt alles ziemlich banal.

Interessanter später die tänzerisch bewegteren Körper-/Objekt-Aktionen mit Tisch, Stuhl, Rucksack etcetera. Immer wieder alle ab, immer wieder aufs Neue Tabula rasa. Dass gelegentlich Worte fallen – der „private space“, der sich nach dem Erheben von Eintrittsgeld zu einem „public space“ wandle –, führt allerdings wiederum nicht besonders weit.

Anfangs bleibt es zeitweise still, die Atemlosigkeit der Sprechenden und zugleich Tanzenden wird offenbar. Die zunächst elektroperkussive, dann ambienthafte Musik des Produzenten Johannes Hellberger vom Berliner Kollektiv kling klang klong schafft unaufdringlich Atmosphären, abseits der Klischees zeitgenössischer Bühnentanzmusik.

Eine Reihe von Szenen spielt sich in einem teils lilatönigen Dämmerlicht ab, mit schattenhaften Doppelungen des tanzenden Trios via Überblendung. Der optische Reiz genügt sich hier selbst, im Ganzen hat das eher den Charakter einer Studie. Von der Ästhetik William Forsythes’, in dessen Compagnie er lange getanzt hat, vermochte sich Fabrice Mazliah schon früh zu lösen. Gleichwohl festigt sich der missliche Eindruck, der 48-Jährige komme über den Status des „Nachwuchschoreografen“ tanzsprachlich einfach nicht hinaus.

Digitaler Mousonturm: bis 12. Januar. Tickets via www.mousonturm.de

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