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Junge Männer nehmen die Rollen der alten ein.
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Junge Männer nehmen die Rollen der alten ein.

Mousonturm-Stream

„Teatro de Guerra“ von Lola Arias: Der Schrecken, das Bier an der Bar

  • vonStefan Michalzik
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„Teatro de Guerra“ von Lola Arias beschäftigt sich mit den Veteranen des Falkland-Kriegs.

Sechs Männer, in einem Alter um die sechzig Jahre herum, Veteranen des Kriegs zwischen Großbritannien und Argentinien um die Malwinen, oder, mit dem britischen Namen, Falklandinseln, 1982. Drei haben auf der einen, die anderen drei auf der anderen Seite gekämpft, 35 Jahre später treffen die einstigen Gegner zusammen. „Teatro de Guerra“, der erste Langfilm der argentinischen Theaterregisseurin, Künstlerin und Musikerin Lola Arias, ist in einem Zusammenhang mit ihrem Stück „Minefield“ (2016) entstanden, das auch am Frankfurter Mousonturm zu sehen war; nun zeigt der Mousonturm den Film, der 2018 im Forum der Berlinale lief, in Zusammenarbeit mit dem Lichter Filmfest Frankfurt International als Stream, mit englischen Untertiteln.

Es geht um die Kriegstraumata. Manche Szenen sind – in einer offenkundig gemachten Studiosituation mit ins Bild gesetzten Scheinwerfern und Mikrofongalgen – vor laborweißem Hintergrund gedreht, für andere sind Kriegsschauplätze aufgesucht worden. Es sind in erster Linie die Zwiegespräche, die den Film ausmachen. Argentinier und Brite, alt und jung, meist in Alltagskleidung, zuweilen auch in Uniformen.

Nachgestellte Kampfszenen

Die Männer sprechen von der Angst, etwa vor den gegnerischen Flugzeugen und ihren Bomben, wie auch von der Angst davor, jemanden zu töten. In einem Schwimmbad spielt eine Szene, eine andere an einem Tisch mit Zinnsoldaten. Kampfszenen werden nachgestellt; in einem Reenactment nehmen junge Männer die Rollen der heute alten damals ein.

Die Inszenierung ist in jedem Moment offenbar. Das Theater als Gelenkstelle zwischen den Menschen – ohne dass dies ein selbstgenügsamer Prozess wäre. Es ist Theater, es ist auf das Herzeigen von Dingen bedacht. Es ist aber nicht „abgefilmtes Theater“, es handelt sich um einen brillanten Film, mit inszenierten Spielszenen, in seiner fiktionalisierenden Verdichtung geht er über eine Dokumentation hinaus. Eine lastende Schwere vermeidet er.

Ganz so friedlich wie gezeigt, so hat es Lola Arias in einem Interview bekundet, ist es in der Gemeinschaft dieses weltweit tourenden Ensembles dann doch nicht zugegangen. Die unterschiedlichen Standpunkte im Konflikt klingen in einem der Dialoge an, vertieft wird das aber nicht. Das verspräche keine weiteren Aufschlüsse, die Andeutung genügt.

In einer Szene beim Bier an der Bar meint einer der Briten, er wisse, dass es sich bei dem Film um eine argentinische Angelegenheit handle. Das lässt sich nicht bestätigen. Die Schrecken des Krieges sind das zentrale Motiv, Partei ergreift der Film nicht.

„Theatre of War“, Vimeo on Demand bis 8. März über www.mousonturm.de

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