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Spielen mit dem und im Grün: Szene aus „Crescendo“.
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Spielen mit dem und im Grün: Szene aus „Crescendo“.

Nationaltheater Mannheim

Tanz „Crescendo“: Unter den Rasen schlüpfen

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Gerade noch gestreamt, bald leibhaftig: „Crescendo“ von Stephan Thoss in Mannheim.

Gerade noch konnte man sich „Crescendo“, einen 60-minütigen Tanzabend von Stephan Thoss, kostenlos als Stream ansehen, doch jetzt darf man wieder ins Mannheimer Nationaltheater strömen – obwohl, strömen, na ja, es wird vorerst ein vorsichtiges Tröpfeln sein. Aber immerhin.

Die Video-Aufzeichnung bot reizvolle Perspektiven zwischen Bühnentotale und Konzentration auf eine Tänzerin, einen Tänzer. Auffällig war ein Spiel mit Kunstrasen-Stücken, manchmal ein Drunterschlüpfen unters leuchtende Grün, ein Umarrangieren der Quadrate – das nun, im großen Opernhaus, sicherlich mehr auch als Muster, Linie, Gewichtung im Raum wird wahrgenommen werden können. Das Video beschränkt unsere Blicke, egal, wie gut es gemacht ist. Im Saal gilt es wieder, in jeder Sekunde eine Entscheidung zu treffen. Übrigens machte in seiner Frankfurter Zeit der Choreograf William Forsythe bisweilen absichtlich ein maximal verteiltes und zerstreutes Angebot – durchaus war das gedacht als Herausforderung an die Zuschauerin, den Zuschauer, einen eigenen Schwerpunkt zu finden.

Die Musik insistiert

Das „Crescendo“-Video schwenkte ab und zu zum Nationaltheater-Orchester; dieses wird nun unter der Leitung von Janis Liepinš im Opernhaus live begleiten, überwiegend insistierende bis hypnotische Kompositionen von Arvo Pärt, Hauschka und John Corigliano spielen.

Tanzchef Stephan Thoss, der wie meist auch für Bühne und Kostüme verantwortlich zeichnet, hat den Tänzerinnen und Tänzern in dieser Zeit gleichsam ihr eigenes Fleckchen Erde gegeben, das sie auch mal an eine andere Stelle auf der Bühne ziehen oder von Kollegen gezogen bekommen. Darauf blättern sie, mit jeweils individueller Färbung, intrikate Bewegungssequenzen auf. Aparte Verschraubungen und Körperverknotungen. Expressive Gesten und ausholende Arm- und Beinspreizungen. Fließendes, Flinkes und Eckiges. Nicht wenige Bewegungen haben auch etwas Tierchenhaftes, zusätzlich lassen grün-blaue Bodies und Schminke zum Beispiel an Geckos denken. Da auch die Bühne grün-blau schimmert, kommen hübsche Urwald-Assoziationen auf. Als tummelten sich in seiner Tiefe Wesen, die uns verwandt, aber auch ein wenig anders sind.

„Crescendo“ ist, obwohl sich seine Energie langsam steigert, ein impressionistisch anmutendes Tanzstück, eines, das aufgrund der bei seiner Entstehung gültigen Beschränkungen wie locker hingetupft wirkt. Und ohnehin soll es ja dem menschlichen Auge und der Seele guttun, ins saftig Grüne zu schauen.

Nationaltheater Mannheim , Opernhaus: 15., 16., 27. Juni. www.nationaltheater-mannheim.de

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