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Sie weiß, was himmlische Klänge sind: Deloris zwischen Mary (Lazarus) und Mary (Patrick).
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Sie weiß, was himmlische Klänge sind: Deloris zwischen Mary (Lazarus) und Mary (Patrick).

Burgfestspiele Bad Vilbel

„Sister Act“: Alle lieben Nonnen

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Tanzende und singende Ordensfrauen bereiten immer noch Freude: „Sister Act“ bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen.

Der von jahrelangem Burgfestspielbesuch geschätzte Eis-Stand im Innenhof ist geschlossen – aber Bad Vilbels Organisationsteam und künstlerisches Ensemble tun ansonsten alles, was einem nach (gern auch ein wenig überkandideltem) Sommertheater dürstenden Publikum Freude macht. Vielleicht mit dem Gedanken, dass Nonnen, die trotz ihres katholischen Lockdowns singen und tanzen, irgendwie zu diesem Sommer passen, brachte man in Vilbel jetzt die Musical-Komödie „Sister Act“ zur Premiere.

Wer soll ihr was zeigen?

Das Stück spielt zum Jahreswechsel 1977/78, erlaubt also einiges an Nostalgie (Schnurtelefon, Elvis); aber 2006, als 14 Jahre nach dem Film das Musical von Alan Menken, Musik, und Glenn Slater, Texte, herauskam, durfte es auch schon ein bisschen Blasphemie sein. Und war die Zweideutigkeit erlaubt, ob die leidenschaftlich vorgetragene Aufforderung „Take me to heaven“, zeig mir den Himmel, tatsächlich an Christus gerichtet ist – oder vielleicht doch an einen gewöhnlichen Mann. Schließlich singt Deloris die Nummer schon, bevor sie im Kloster Zuflucht suchen muss.

Eine christliche Filmproduktionsfirma gibt „Sister Act“ im Internet volle fünf Punkte für „christliche Werte“. Allerdings müssen die Ordensschwestern erst teuflisch gut singen, luziferisch swingen lernen, ehe sie nicht nur Nachtclubsängerin Deloris, sondern auch sich selbst und ihr Kloster retten. Johannes Paul VI. reist, so will es die „Sister Act“-Fiktion, an, um die geistliche Girlgroup live zu hören. Die Russen (!), die das marode Klostergebäude kaufen wollten, spenden ihr vieles Geld lieber.

Fast wichtiger als Regisseur Christian H. Voss ist Choreografin Kerstin Ried, sie bietet mit einem Augenzwinkern auch gutes altes Disco-Vokabular auf. Und stellt die drei Hilfskräfte von Gangsterboss Curtis (Raphael Köb) durch eine alberne Jetzt-brechen-wir-ins-Kloster-ein-Polonaise bloß. Diese drei und Deloris fangen? Da sei die rechtschaffen zitronige Mutter Oberin, Sonja Herrmann, vor. Und alle Marys, egal, ob sie mit Nachnamen Lazarus heißen (Annette Lubosch) oder gar Nirvana (Lorena Mazuera-Grisales).

Muntere Marys sind auch Janice Rudelsberger, Theresa Christahl, Ruth Fuchs; wieder einmal verstärken Mitglieder des Laienchores belVoce das Ensemble, auch wenn sie oben auf der Mauer Abstand halten müssen. Indessen Tamara Wörner, die übrigens auch schon in „Sister Soul“ und „Non(n)sense“ auf der Bühne stand, hier ein stimmstarkes, energiegeladenes Zentrum ist.

Burgfestspiele Bad Vilbel: Termine bis 5. September. www.kultur-bad-vilbel.de

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