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Francis Poulenc hat die Oper "Les Dialogues des Carmélites" komponiert, die am Theater Basel aufgeführt werden.
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Francis Poulenc hat die Oper "Les Dialogues des Carmélites" komponiert, die am Theater Basel aufgeführt werden.

Theater Basel

Das scharfe Geräusch der Guillotine

Regisseur von Peter hat Zweifel an der Geschichte der Oper "Les Dialogues des Carmélites" von Poulenc. Das erklärt das ignorante szenische Hinwegsetzen über die Musik. Von Georg Rudiger

Von GEORG RUDIGER

Benedikt von Peter ist misstrauisch, er hat, wie er im Basler Theatermagazin vermeldet, Zweifel an Francis Poulencs 1957 uraufgeführter Oper "Les Dialogues des Carmélites", jener wahren Geschichte aus den Nachwehen der Französischen Revolution, als 16 Karmeliterinnen wegen ihres Glaubens auf der Guillotine endeten. Der Regisseur kann damit nichts anfangen, deshalb greift er ein - er will die Geschichte ja nicht einfach "abschnurren" lassen. Er lässt die Oper mit der Schluss-Szene beginnen.

Zum grandios komponierten, weihevoll voranschreitenden Finale, über das sich das letzte "Salve Regina" der Karmeliterinnen erhebt, klettern schwarz gekleidete Chordamen (Kostüme: Katrin Wittig) auf ein Podest. Immer wenn das scharfe Geräusch der Guillotine im Orchester erklingt, geht eine zum zentral postierten Kopiergerät, legt ihren Kopf auf die Glasfläche und hängt das entstandene Porträt an eine Wäscheleine. 16-mal wiederholt sich der Vorgang, dann ist Schluss. Das Licht geht an, ein Handy klingelt, die Bühne wird umgebaut, das Orchester stimmt nach, die Spannung ist dahin. Jetzt kann die Geschichte von vorn beginnen.

Das ignorante szenische Hinwegsetzen über die Musik geht jedoch weiter. Die Musiker der Sinfonieorchester Basels sind, getrennt nach Registern, auf einer bis an die Decke reichenden Stahlkonstruktion (Bühne: Natascha von Steiger) platziert, der Dirigent Cornelius Meister steht 20 Meter davor. Obwohl er seine schwierige Aufgabe gut löst, bleiben Probleme. Die kleine Trommel ist nie mit dem Tutti zusammen, offene Holzbläsereinsätze sind fast immer gefährdet, und bei Tempowechseln und Akkordverschiebungen merkt man, dass sich die Musiker weder gut hören noch sehen können.

Im Mittelpunkt steht die Karmeliterin Mère Marie, die als einzig Überlebende die Geschichte aufgeschrieben hatte. Sie stellt die Opernszenen auf einer Puppenbühne nach und überträgt dies per Kamera auf eine Leinwand. Das eigentliche Operngeschehen findet parallel statt, wird aber kaum inszeniert. Die Solisten stehen mit Notenständer auf dem Stahlgerüst. Hanna Schwarz ist als Mère Marie Dokumentarin und Handelnde, was zu Unschärfen führt. Am Ende lässt Benedikt von Peter ein Filmset aufbauen, den Beichtvater (Erlend Tvinnereim) mit Boxerstiefeln und Sonnenbrille ans Kreuz beamen und die Nonnen zum nochmals gespielten Finale sich zum Gruppenbild einfinden. Viel Lärm um nichts.

Theater Basel, 3., 8., 13. April, 2., 5., 9., 17. Mai. www.theater-basel.ch

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