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Rückkehr der Liebe wegen

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Von: Regina Kerner

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Die Ränge im Opernhaus Roms.
Die Ränge im Opernhaus Roms. © REUTERS

Sofia Coppola inszeniert „La Traviata“ in Rom, Valentino entwirft eine Robe für die Titelfigur.

Für ihren Spielfilm „Lost in Translation“ gewann sie den Drehbuch-Oscar. Nun wird Sofia Coppola, die 44 Jahre alte Tochter von Hollywood-Regisseur Francis Ford Coppola („Der Pate“), erstmals eine Oper inszenieren, und zwar im Heimatland ihrer italienischstämmigen Familie. Ihre Inszenierung von Verdis „La Traviata“ am Teatro dell’Opera Rom soll am 24. Mai Premiere haben. Das Bühnenbild übernimmt der britische Designer der „Batman“-Trilogie, Nathan Crowley, der bereits mehrfach für einen Oscar nominiert war, unter anderem für „Interstellar“. Und das Kostüm der „Traviata“ wird vom italienischen Modezar Valentino entworfen.

Die Drehbuchautorin und Regisseurin Sofia Coppola habe in ihrem historischen Drama „Marie Antoinette“ eine besondere ästhetische und musikalische Feinfühligkeit gezeigt, mit einer Ausgewogenheit zwischen Klassik und Moderne, hieß es in einer Erklärung des Opernhauses. Valentino, der mit seiner nach ihm benannten Stiftung die Produktion finanziell unterstützt, habe sie deshalb ausgewählt. Der Modedesigner sagte der Zeitung „La Repubblica“, für ihn werde ein großer Traum wahr. „Ich bin immer schon fasziniert gewesen von der lyrischen Kunst und ihrer Fähigkeit, phantastische und moderne Welten zu kreieren, mithilfe wunderbarer und zeitloser Musik.“

Mit dem glamourösen Aufgebot will die Oper Rom ihr angeschlagenes Image weiter aufbessern. Das Haus, das seit je im Schatten der Mailänder Scala steht, hatte in den vergangenen Jahren wegen seiner Finanzprobleme und häufiger Streiks von Chor und Orchester immer wieder Negativ-Schlagzeilen gemacht. 2014 kündigte Dirigent Riccardo Muti seine Zusammenarbeit auf, im Streit mit der Theaterleitung, nachdem eine Premiere durch Arbeitsniederlegungen beinahe geplatzt wäre. Er sehe keine Grundlage für eine erfolgreiche und ruhige Arbeit, erklärte Muti damals. Kurz darauf waren 182 Chor- und Orchestermitglieder entlassen worden. Die Kündigungen wurden nach Protesten zurückgenommen, die Boni der Musiker aber eingefroren.

„Die Oper Rom ist zu einer Metapher für alles geworden, was in Italien nicht funktioniert“, hatte der seit 2013 amtierende Opernchef Carlo Fuortes damals noch geklagt. Ihm ist inzwischen die Sanierung gelungen. Die Finanzlage des Hauses hat sich deutlich verbessert. Dazu trug neben Einsparungen nicht nur die Millionen-Spende eines malaysischen Unternehmers bei. Der italienische Staat beglich den Schuldenberg, und auch der Ticketverkauf ist um 60 Prozent gestiegen.

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