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"Der Vorname" im Kellertheater

Ping-Pong mit Adolphe

„Der Vorname“ im Frankfurter Kellertheater: Eine Eskalation, die allemal Spaß macht.

Von Katja Sturm

Es sollte ein netter Abend im Familien- und Freundeskreis werden. Doch ein Scherz, den nur der, der ihn macht, als harmlos empfindet, sorgt dafür, dass die Dinge eskalieren.

Was klingt, wie schon oft gesehen, vielleicht gar selbst erlebt; wirkt im Fall der 2010 von Matthieu Delaporte und Alexandre Patellière verfassten Komödie „Der Vorname“ dennoch frisch. Das Frankfurter Kellertheater hat das zwei Jahre nach der Entstehung auch erfolgreich verfilmte Stück jetzt unter der Regie von Karsten Kosciesza und Stephan Thoss auf seine kleine Bühne gebracht. Bücherstapel belegen auf dieser die Belesenheit des Hausherrn, des etwas steifen und humorlosen Literaturprofessors Pierre (Thoss), und seiner harmoniebedürftigen Frau Elisabeth (Jana Hingst), die, wie zu hören sein wird, die eigene, vielversprechende Karriere nicht sehr glücklich dem Wohlergehen von Mann und Kindern opferte. Ein aufwändiges marokkanisches Menü wartet auf die Gäste: Elisabeths ironisch-zynischer Bruder Vincent (David Hoppe), dessen schwangere Frau Anna (Silke Frankenhauser), die sich der Karriere wegen verspäten wird, und der zurückhaltende und nur scheinbar einsame Hausfreund Claude (Steffen Liebig).

Vor dem Ikea-Regal

Man hockt sich vor einem einzelnen Ikea-Regal auf Kartons zusammen, und Vincent erklärt, keineswegs ehrlich, dass sein noch ungeborener Sohn Adolphe heißen soll. Nein, nicht wie der Massenmörder Hitler, wie die anderen meinen, sondern nach dem Helden eines Romans von Benjamin Constant. Das zeige die Endung. Die Ankündigung stößt allenthalben auf Unverständnis, es entbrennt ein Streit, und als die nichtsahnende Mutter dazukommt, eskaliert die Situation. Die Grundsatzdiskussion über Moral, Toleranz und Tabus entwickelt sich zu einer Abrechnung. Man sagt sich endlich unverblümt die Meinung, Unbekanntes und Unangenehmes wird aufgedeckt.

Viel Witz steckt in diesem emotionalen Schlagabtausch, auch wenn manche Wendung konstruiert wirkt. Doch das flotte Ping-Pong-Spiel aus Anschuldigungen, Geständnissen und geistreichen Bemerkungen überfordert die Darsteller phasenweise. Sie verheddern sich in ihren Sätzen, spielen bisweilen allzu gekünstelt. Den Unterhaltungswert der sich nahe an der spritzigen Vorlage entlang hangelnden Inszenierung vermag das kaum zu schmälern. So verbringen zumindest die nahe am Spielfeld sitzenden Zuschauer knappe zwei Stunden lang den erwartet lustigen Abend.

Kellertheater Frankfurt: 29., 30. Januar, 19., 20., 26., 27. Februar.www.kellertheater-frankfurt.de

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