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Contact Gonzo in Aktion.
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Contact Gonzo in Aktion.

Mousonturm

Performance-Kollektiv contact Gonzo: Mit Trauben schießen

  • Sylvia Staude
    VonSylvia Staude
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Ein Körperkontakt-Film von contact Gonzo.

Aus einer wilden Mischung von Filmaufnahmen, die von 2006 an vor allem auf Reisen entstanden sind, hat das in Osaka beheimatete Künstlerkollektiv contact Gonzo eine noch wildere, anderthalbstündige Mischung zusammengeschnitten, die den Titel „Minima Moralia“ trägt (keine Ahnung, ob sie sich von Adorno inspiriert fühlten, sie arbeiteten auf Einladung des Frankfurter Mousonturms auch schon hier). Der Vimeo-Stream lässt sich nun über den Mousonturm buchen, der den Film eingereiht hat in eine „corponomy“ überschriebene Reihe. Schon nach wenigen Minuten leuchtet in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die große Bedeutung der Körperlichkeit des Menschen ein.

Denn contact Gonzo, deren Gründungskern die Tänzer Masaru Kakio und Yuya Tsukahara sind, zeigen in Performances und an ganz unterschiedlichen Orten vehemente, manchmal sicher auch schmerzhafte Aktionen.

Der Film scheint in recht engen, verwinkelten Zimmern zu beginnen, eine Holztreppe führt mittendrin in ein Dachgeschoss. Dort ringen und rangeln drei Männer, schlagen einander klatschend vor die Brust, bemühen sich, übereinander zu klettern und sich ineinander zu verhaken, gehen auch mal die Treppe hoch, springen runter, schnaufen und stöhnen. Publikum sitzt in Türöffnungen.

Irgendwo draußen versuchen mehrere Menschen, gemeinsam einen Baumstamm hochzuwuchten. Auf einer öffentlichen Wiese, die mittels Schlauch kräftig gewässert wird, nehmen mehrere Menschen immer wieder Anlauf und schliddern auf der schlammiger und noch schlammiger werdenden Erde. Mit einem Katapult schießt ein contact Gonzo einem anderen Weintrauben auf die nackte Brust, aber auch eine Tomate. Man sieht sie auch beim Essen, ein paar Sushi-Häppchen scheinen so scharf (oder so eklig?) zu sein, dass sie sofort wieder ausgespuckt werden. Immer wieder wird viel und herzlich gelacht, das ist ansteckend.

Einen Teil der Faszination dieser Bilder macht aus, dass man gar nicht anders kann, als sie durch die Pandemie-Brille zu betrachten: Wie das Publikum Schulter an Schulter auf dem Boden sitzt, wie sich die Gonzos, ihrem Namen Ehre machend, dauernd anfassen, spielerisch kämpfen und keuchen, ohne Rücksicht auf Aerosole.

Video „Minima Moralia“ bis 3. März buchbar über www.mousonturm.de

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