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2021/22 im Programm: Der „Salome“-Hit mit Ambur Braid, inszeniert von Barrie Kosky.
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2021/22 im Programm: Der „Salome“-Hit mit Ambur Braid, inszeniert von Barrie Kosky.

Oper Frankfurt

Oper Frankfurt: Am Ende Licht

  • Judith von Sternburg
    VonJudith von Sternburg
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Die Oper Frankfurt will ab Mitte Juni spielen und plant für 2021/22 mit Normalbetrieb

Morgenluft bei der (digitalen) Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Spielplans der Oper Frankfurt. Von der Seltsamkeit einer solchen PK-Situation kann sich via oper-franfurt.de jeder Interessierte selbst ein Bild machen. Was alleine zählt, ist jetzt, dass just der Dienstag der erste Tag mit einem zweistelligen Inzidenzwert in der Stadt war. Intendant Bernd Loebe sah darin zu Recht ein gutes Omen.

Hier der Fahrplan: In der Hoffnung auf stabile Unter-100-Werte und in Verhandlungen mit dem Gesundheitsamt wird die Wiederaufnahme des Spielbetriebs für Mitte Juni angepeilt, der dann bis zum 15. Juli „nonstop“ (so Loebe) laufen könnte. Schachbrettmuster oder freibleibende Plätze zwischen den Haushalten: alles noch in der Diskussion, erst dann soll der Kartenverkauf beginnen. Unter anderem für weitere Pergolesi-Doppelabende („La serva padrona“/„Stabat mater“), die Loebe in Aussicht stellte, für drei konzertante „Ariadne auf Naxos“-Aufführungen, und die Premiere der „Dialogues des Carmélites“ von Francis Poulenc (inszeniert von Claus Guth, mit Maria Bengtsson als Blanche). Dafür werde seit Montag geprobt.

Der Spielplan 2021/22:

„Amadigi di Gaula“ von Georg Friedrich Händel, 25. September (Bockenheimer Depot). Dirigat: Roland Böer, Regie: Italiener Andrea Bernard bei seinem Frankfurt-Debüt.

„L’italiana in Londra“ von Domenico Cimarosa, 26. September. Dirigat: Leo Hussain, Regie: R.B. Schlather (Regisseur des erstaunlichen „Tamerlano“!) .

„Maskerade“ von Carl Nielsen, 31. Oktober. Dirigat: Titus Engel, Regie Tobias Kratzer („L’Africaine“).

„Die Nacht vor Weihnachten“ von Nikolai Rimski-Korsakow, 5. Dezember. Dirigat: GMD Sebastian Weigle, Regie: Christof Loy.

„The People Out There“ von Hauke Berheide, 22. Dezember (Uraufführung im Bockenheimer Depot). Dirigat: Roland Böer (mit dem Ensemble Modern), Regie: Amy Stebbins.

„Warten auf heute“, mit Arnold Schönbergs „Von heute auf morgen“, „Erwartung“, Frank Martins „Sechs Monologe aus Jedermann“ u. a., 16. Januar. Dirigat: Alexander Soddy, Regie: David Hermann. Mit Johannes Kränzle und Camilla Nylund.

„Bianca e Falliero“ von Gioacchino Rossini, 20. Februar. Dirigat: Giuliano Carella, Regie: Tilmann Köhler.

„Fedora“ von Umberto Giordano, 3. April (aus Stockholm, 2016). Dirigat: Carlo Montanaro, Regie: Christof Loy.

„A Midsummer Night’s Dream“ von Benjamin Britten (Bockenheimer Depot). Dirigat: Geoffrey Paterson, Regie: Brigitte Fassbaender.

„Madama Butterfly“ von Giacomo Puccini, 22. Mai. Dirigat: Antonello Manacorda, Regie: Mateja Koleznik.

„Ulisse“ von Luigi Dallapiccola, 26. Juni. Dirigat: Francesco Lanzillotta, Regie: Tatjana Gürbaca.

Wiederaufnahmen: unter anderem „Norma“ (zur Spielzeiteröffnung am 12. September, mit Ambur Braid), „Oedipus Rex“ / „Iolanta“, „Salome“ (mit Ambur Braid), „Carmen“, „Lustige Witwe“ – aber auch noch viel ältere Erfolgsproduktionen wie „Königskinder“, „Frau ohne Schatten“, der Doppelabend „Dido and Aeneas“ / „Herzog Blaubarts Burg“. Acht Liederabende sind vorgesehen.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) lobte Vernunft, Geduld, Ausdauer der Oper im vergangenen Jahr, was alles keine Selbstverständlichkeit sei. Als „Höhepunkt des Frustes“ in dieser „Choreografie der Krise“ nannte Hartwig die neuerliche Schließung im November, obwohl klar gewesen sei, dass Kulturräume durch die entsprechenden Hygienekonzepte praktisch fallfrei geblieben seien.

Jetzt aber: der große Optimismus, vor allem mit Blick auf die nächste Spielzeit, die Loebe und Anita Wilde, Verwaltungsdirektorin der Städtischen Bühnen, sich angesichts der Impf-Fortschritte und Testroutinen inzwischen doch als weitgehend normale vorstellen. Auf einem „ernsthaften Bespielen“ des Hauses, sagte Wilde, beruhten die vorgestellten Pläne auch finanziell.

Gleichwohl soll es erst in vier bis fünf Wochen Daten jenseits der Premierentermine geben, zunächst vor allem für die gebeutelten Abonnenten und Abonnentinnen, für die die Kündigungsfristen bis Ende Juli verlängert wurden, auf dass ein jeder und eine jede in Ruhe überlegen könne. 4000 Abonnements seien während der Krise verloren gegangen, man wolle daran arbeiten, wieder an den opulenten Stamm von 12 000 heranzukommen. Erst im September soll das klassische Spielzeitheft erscheinen.

Was bleibt, Stand jetzt, sonst von diesem Jahr? Das Angebot an alle jungen Mitglieder des Opernstudios, ein Jahr dranzuhängen, das verlorene. Der Plan, die in dieser Zeit geplatzten Premieren nach und nach aufzuholen. Sechs davon seien noch übrig, wenn „Fedora“ und „Bianca e Falliero“ in der nächsten Saison zum Zug kommen, so Loebe. Schließlich die vage in Aussicht gestellte Möglichkeit, das auch in Frankfurt inzwischen rege Streamen nicht ganz aufzugeben. Loebe, von Herzen: „Jetzt müssen wir erst zu unserem Kerngeschäft zurück.“

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