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Szene aus „Deltangi“, Choreografie von Timoor Afshar.
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Szene aus „Deltangi“, Choreografie von Timoor Afshar.

„Junge Choreographen“ in Stuttgart

Noverre-Abend in Stuttgart: Und jetzt noch eine Prise Kessheit

  • Sylvia Staude
    vonSylvia Staude
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Das Stuttgarter Ballett setzt die Tradition des Noverre-Nachwuchsabends fort.

Viele große Ensembles und auch recht kleine bringen mittlerweile Nachwuchs-Abende heraus, doch die der Stuttgarter Noverre-Gesellschaft haben die Tanzgeschichte wahrhaft verändert. Pina Bausch, William Forsythe, John Neumeier, Christian Spuck – man könnte die Liste lang werden lassen – konnten sich dort ausprobieren. Fast wäre 2018 das Aus gekommen, als die Gesellschaft sich auflöste (es fehlte an einer Nachfolge für die Vereinsführung), doch Stuttgarts Ballettchef Tamas Detrich lässt die „Junge Choreographen“-Abende unter dem Ballettdach weiterlaufen.

Natürlich wird auch gestreamt. In kleinen Filmen dürfen die sieben beteiligten Choreografinnen und Choreografen erklären, was ihnen die Mitwirkung bedeutet. Ausdrücken zu können, wer sie sind, sagen einige. Mit der Verschmutzung der Natur hat sich Vittoria Girelli beschäftigt, wie sie sagt. Dass es im Leben auch Dunkelheit gibt, möchte Adrian Oldenburger zeigen. Von der spezifischen Art und den Qualitäten der Kunst, wie sie sie auszuüben versuchen, sprechen die jungen Menschen nicht. Sie scheinen eine Ausbildung durchlaufen zu haben, in der sowohl die Reflexion des eigenen Tuns wie auch die Kenntnis der Tanzgeschichte und ihrer inzwischen atemberaubenden Möglichkeiten kaum vermittelt werden. Vielleicht muss der Mut zum Experiment aber auch aus einem selbst kommen.

Jessica Fyfe hat sich einen technisch blitzsauberen, aber knochenklassischen Pas de deux ausgedacht, der Titel „Peace Apart“ ist noch das Originellste daran. Und dass die Frau ihre Wange traurig-verträumt an ein Tuch schmiegt, geht im 21. Jahrhundert gar nicht mehr. Wie auch das bedeutungsvolle Gucken und Herumsitzen im rosa Kleidchen – das hat Oldenburger für seine Interpretin vorgesehen, die offenbar ebenfalls wegen eines Mannes durch eine dunkle Zeit gehen muss. Aurora de Mori hat „Ajna“ mit beachtlicher Energie gefüllt, diverse Konstellationen aus drei Männern und drei Frauen flutschen geschmeidig ineinander oder lösen sich ab. Der Sinn häufiger Kostümwechsel erschließt sich eher nicht.

Muntere Körper-Cluster

Vielleicht erwartet man auch zu viel, wenn das brave handwerkliche Geschick gleich mit jugendlicher Kühnheit gepaart sein soll. Denn in Abfolge und Arrangement solide sind diese Choreografien, auch die Dramaturgie stimmt meist. Vittoria Girelli schafft dazu muntere Körper-Cluster - allerdings lässt sich auch so keine Umweltverschmutzung tanzen. An Brücken, „Bridges“, dachte David Moore und lässt es elegant fließen.

Nur zwei Choreografen versuchen, die vertraute klassische oder moderne Bewegungssprache aufzurauen. Timoor Afshar beschäftigt sich schlicht mit dem Gehen, fasst das Thema aber bald sehr weit. Und von Shaked Heller kommt zuletzt der kesseste Beitrag des zweistündigen Abends, betitelt „Agoloy“: In rosa Overalls mit Volants am Ellenbogen geben vier Frauen und ein Mann fremdartige Harlekins, knicken immer wieder die Beine kurios ab, machen Tanz-Turn-Übungen, deren Zweck sie selbst nicht zu kennen scheinen.

Video bis 22. April, 22 Uhr, kostenlos abrufbar: www.stuttgarter-ballett.de

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