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Mit Hammer und Mond

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Von: Andrea Pollmeier

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Alles passt zusammen im Mondlicht.
Alles passt zusammen im Mondlicht. © Andreas Malkmus

Die Volksbühne im Großen Hirschgraben führt Groß und Klein in eine märchenhafte Welt.

Die Früchte erzwungener Ruhe überraschen bis heute. Ein glückhaftes Beispiel ist das neue Familienstück „Guter Mond, du goldne Zwiebel“, das jetzt an der Volksbühne in Frankfurt Premiere hatte. Ursprünglich war es als Inszenierung von „Peterchens Mondfahrt“ geplant, der Lockdown stoppte das Vorhaben und motivierte zu steter Verfeinerung. Die Frucht, die heute zu erleben ist, konnte erkennbar reifen.

Es beginnt ganz praktisch, mit Hammer und Messlatte. Eine Frau mit Blaumann und roter Wollmütze betritt mit zwei weiteren Handwerkern die Bühne. Mit wenigen Handgriffen erhält ein prächtiger Mond seinen Platz in der Höhe. Der Musiker am Flügel wird wie eine Spieluhr mit knarrenden Umdrehungen aufgezogen und ein übergroßer Stecker angesteckt: Es werde Licht, der Mond erstrahlt. Ulrike Kinbach, Lucie Mackert und Eric Lenke verwandeln sich. Sie legen venezianische Masken und Kostüme an, beginnen zu tanzen.

Mit feinen Nuancen wird nachgezeichnet, wie Menschen aus der Alltags- in die Fantasiewelt hinüber gleiten. Nur wenig ist für diesen Übergang vonnöten, sogar die Welt der Worte ist stark reduziert. Das Stück stützt sich kaum auf Text, Inhalte erschließen sich mittels Musik (am Flügel Markus Neumeyer/ Stanislav Rosenberg), Gesang, Pantomime, Ausstattung. Diese Mischung erinnert an das geplante Kinderstück. In der jetzigen Fassung ist es durch Anspielungsreichtum und die Zurücknahme von Sprache in eine Ästhetik übertragen, die an die Leichtigkeit von „Cirque de Soleil“-Aufführungen erinnert.

Erzählt werden Fantasien aus der Lied- und Märchenwelt über den Mond, imponierend beleuchtet er die Bühne. In deren Mitte befindet sich eine kleine Drehbühne, die von Hand bewegt wird und den Wechsel von Tag und Nacht anzeigt. Es startet wie in Gerdt von Bassewitz’ Märchenspiel „Peterchens Mondfahrt“– „die Welt schläft, ein Frieden soll über Euch sein“ – in heimatlichen Gefilden und führt bis hinein ins All.

Der ins Blau getauchten Nacht folgen goldene Tage und immer wieder Träume. Einer führt in eine Wasserwelt mit Fischen, Haien, Quallen, deren weiße Tentakeln sich sanft bewegen. Wie Fabelwesen schweben sie über die Bühne.

Das Stück, das in der Regie von Sarah Groß und unter der musikalischen Leitung von Markus Neumeyer entstanden ist, verbindet leichtfüßig Elemente der Comedia dell’Arte mit deutscher Volkskultur und modernen englischen Songs. Die Ausstattung von Corina Krisztian und die darauf abgestimmten Masken von Katja Reich geben dem Abend sein stimmiges Fundament.

Volksbühne Frankfurt: 6., 14., 20., 27. November. volksbuehne.net

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